RATINGEN (dpa-AFX) - Die Zahl der Zwangsversteigerungen ist in Deutschland im ersten Halbjahr 2020 erneut gesunken. Nach Recherchen des Ratinger Fachverlags Argetra kamen zwischen Januar und Juni insgesamt 7364 Immobilien mit Verkehrswerten von etwa 1,6 Milliarden Euro unter den Hammer. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es noch 9432 Häuser, Wohnungen oder Grundstücke mit einem Verkehrswert von knapp 1,8 Milliarden Euro.

Die Zahl der Zwangsversteigerungen nimmt seit Jahren ab. Neben der anhaltenden Niedrigzinsphase hätten in diesem Jahr auch viele coronabedingte Stundungsverfahren die Zahl der Zwangsversteigerungen niedrig gehalten, betonte Argetra-Geschäftsführer Axel Mohr. Wegen des Konjunktureinbruchs und der gestiegenen Arbeitslosigkeit sei aber wieder mit mehr Zwangsversteigerungen zu rechnen.

Gut zwei Drittel der Zwangsversteigerungen (rund 67 Prozent) betrafen Eigentumswohnungen und Ein- oder Zweifamilienhäuser. Der Rest entfiel auf Grundstücke, Gewerbeobjekte, Mehrfamilienhäuser und Garagen.

Etwa jedes zweite eröffnete Zwangsversteigerungsverfahren endete nicht im Gerichtssaal. Stattdessen wurden die betroffenen Immobilien bereits zuvor verkauft, sodass keine Zwangsversteigerung mehr stattfinden musste. Für die Auswertung hatten die Experten die Zwangsversteigerungen an allen knapp 500 Amtsgerichten ausgewertet./hff/DP/zb