Mehr als eine Billion US-Dollar hat der S&P 500 in der vergangenen Woche an Wert verloren. Knapp drei Viertel der an der Umfrage von MLIV Pulse teilgenommenen Marktexperten befürchtet weitere starke Verluste.

Im Schnitt gingen die 1.009 Befragten davon aus, dass der Index in diesem Jahr seinen Tiefpunkt bei etwa 3.500 Punkten erreiche. Dies entspricht einem Rückgang von circa zehn Prozent zum aktuellen Kursniveau. Sollte es so kommen, wäre dieser ungefähr 27 Prozent von seinem Höchststand im Januar entfernt.

Die geldpolitische Haltung der US-Notenbank, das Lieferketten-Chaos und die zunehmende Bedrohung des Konjunkturzyklus untergrabten das Vertrauen in die Gewinnmaschine der US-amerikanischen Unternehmen, während die Aktienbewertungen weiter sanken. Vermögensverwalter flüchteten aufgrund der Abriegelungen in China und des anhaltenden Russland-Ukraine-Krieges erneut in US-Staatsanleihen, so Bloomberg.

"Ich glaube immer noch, dass wir das Schlimmste noch nicht hinter uns haben", sagte Savita Subramanian, Strategin bei der Bank of America, gegenüber Bloomberg. Es gebe einen allgegenwärtigen Nebel negativer Stimmung da draußen, sagte die Leiterin des Bereichs US-Aktien.

Wo wird der diesjährige Tiefststand des S&P 500 liegen?
Punkte Anteil der Befragten in Prozent
2200-2400 6
2401-2600 2
2601-2800 3
2801-3000 8
3001-3200 10
3201-3400 14
3401-3600 28
3601-3800 19
3801-4000 10

Quelle: Source: MLIV Pulse Survey running May 17 - May 20. Respondents were asked 'What will be the S&P 500 low in 2022?'

Zudem wurden die Marktteilnehmer befragt, welches Szenario den Trend des Ausverkaufs stoppen und den größten Wachstumsimpuls geben könnte. 31 Prozent seien der Meinung, dass es das Ende des Zinserhöhungszyklus der US-Notenbank wäre. 27 Prozent sähen den größtmöglichen Wachstumsimpuls, wenn China seine Nullzins-Politik beende. 20 Prozent fänden das Ende des Krieges in der Ukraine entscheidender und ein ähnlicher Anteil stimmte für einen Rückgang des Rohölpreises auf 70 US-Dollar pro Barrel, heißt es im Bloomberg-Bericht.

Autor: Nicolas Ebert, wallstreet:online Zentralredaktion


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