Wie sicher unsere Rente sein wird, ist angesichts der ungünstigen demografischen Entwicklung unklar. Umso wichtiger ist es, privat vorzusorgen, um die Bezüge aufzupolstern. Wer dies etwa mit einer Sofortrente versucht, der muss bei einem Garantiezins von rund 1 % stattliche 100.000 Euro einsetzen, um 1.000 Euro p.a. Rendite zurückzubekommen.

Schon 500 Aktien von Freenet (WKN: A0Z2ZZ) könnten auf der anderen Seite genügen, um lebenslang im Schnitt 1.000 Euro p.a. zu erhalten. Hier sind die Gründe, die mich diesbezüglich optimistisch stimmen.

Freenet, die lange ungeliebte Aktie

Vor allem Anleger, die 2017 oder 2018 bei Freenet eingestiegen sind, fühlten sich in der Folge in der Dividendenfalle. Ja, die Dividenden waren schön und gut. Aber die Kursrückgänge vernichteten kontinuierlich jede Rendite. Ende 2018 tauchte die Aktie unter die Marke von 18 Euro ab, obwohl eine Ausschüttung von 1,65 Euro anstand. Das war schon sehr nah an 10 %.

Im März 2020 kam dann allerdings das böse Erwachen, als das Management pandemiebedingt die geplante Dividende radikal kürzte. Bis runter auf 14 Euro straften die Aktionäre die Aktie ab. Dabei hat das Unternehmen in den zehn Jahren davor in Summe fast 13 Euro ausgeschüttet und dabei das Eigenkapital stabil gehalten.

Aber es gab auch Gründe, das Unternehmen nicht zu mögen. So stieg zum Beispiel durch fremdkapitalfinanzierte Beteiligungen die Verschuldung erheblich an. Und die strategische Beteiligung an Ceconomy (WKN: 725750) sorgte die meiste Zeit vor allem für Kopfschmerzen.

Bei Sunrise (WKN: A14M5T) hat sich die Lage hingegen in Wohlgefallen aufgelöst. 1,1 Mrd. Euro flossen in die Kassen von Freenet. Mit einem Teil davon wurden Schulden abgelöst und mit dem Rest Aktien zurückgekauft, und zwar zu einem Durchschnittskurs, der deutlich unter dem aktuellen Stand von 19,40 Euro (19.07.) liegt. Das ergibt Sinn: Freenet zieht Aktien ein, auf die ansonsten hohe Dividenden bezahlt würden. Für frisches Fremdkapital bezahlt der Konzern hingegen keine 2 % Zinsen.

Wer die günstigen Kurse von 2020 zum Einstieg genutzt hat, der kann sich schon jetzt über rund 10 % Rendite freuen, da künftig mehr als 1,50 Euro pro Aktie erwartet werden. Bei den heutigen Kursen dürfte es noch ein paar Jahre dauern, bis es so weit ist.

Zukünftig könnten 500 Freenet-Aktien 1.000 Euro p.a. bringen

Die reduzierte Aktienanzahl bedeutet, dass Freenet kurzfristig entweder die Dividende je Aktie steigern, die Schulden senken oder in Wachstum investieren kann. Alles drei hätte positive Auswirkungen auf die zukünftige Fähigkeit, die Dividenden zu erhöhen.

Am wichtigsten dafür ist, dass das Geschäft weiterhin rundläuft. Als einziger großer Mobilfunkspezialist ohne eigenes Netz befindet sich das Unternehmen in einer interessanten Position. Es muss sich nicht mit Frequenzversteigerungen und Funktürmen herumschlagen. Vielmehr kann es sich voll auf den Vertrieb konzentrieren. Und dabei hat der Konzern dank seiner bundesweiten Präsenz eine Menge in die Waagschale zu werfen.

Gerade jetzt, wo 5G den großen Schub bringen soll, könnte diese Vertriebspower Gold wert sein für die Netzbetreiber. Freenet kann mit allen vieren die besten Bedingungen dafür aushandeln. Das birgt gute Potenziale.

Und Freenet stehen auch viele Möglichkeiten offen, die Vertriebspower in eigener Sache zu nutzen, egal ob es um Stromverträge, Gadgets oder Digital-TV geht. Ich denke, dass da zukünftig noch weitere Initiativen hinzukommen, die die Ertragschancen steigern. Gleichzeitig zahlen sich zunehmend kostenseitig die Investitionen in effizientere Prozesse aus.

Der Gewinn ist damit auf bestem Weg, schon mittelfristig die Marke von 2 Euro pro Aktie zu übertreffen. Ab dann ist Freenet grundsätzlich in der Lage, 2 Euro pro Aktie auszuschütten. Das wird nicht sofort passieren, aber dafür ist auf lange Sicht noch mehr drin. Denn Freenet wird mit den einbehaltenen Gewinnen in sein Geschäft investieren können.

Damit würden in diesem Szenario schon eine Investition von 9.700 Euro in 500 Freenet-Aktien im Schnitt rund 1.000 Euro p.a. bringen, wobei zusätzlich noch Kursgewinne möglich sind.

Der Artikel Es war selten leichter, 1.000 Euro p.a. extra zu haben ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2021

Autor: Ralf Anders, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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