BERLIN (dpa-AFX) - Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken geht davon aus, dass Deutschland nach der Aufnahme von 1553 zusätzlichen Flüchtlingen von den griechischen Inseln weitere Schutzsuchende von dort aufnehmen wird. Mit der Union sei klar vereinbart, dass Deutschland innerhalb eines möglichen europäischen Kontingents, über das seit einer Woche verhandelt werde, einen angemessenen Beitrag leisten werde. "Der wird sich mit Sicherheit in einer ähnlichen Größenordnung bewegen, wie wir jetzt auch handeln", sagte Esken am Dienstag in Berlin mit Blick auf die deutsche Zusage für die Aufnahme von 1553 zusätzlichen Flüchtlingen, zusätzlich zu 150 unbegleiteten minderjährige Asylsuchenden.

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) sagte, mit der deutschen Zusage könne auf der Insel Moria, wo ein großes Flüchtlingslager abgebrannt war, Entspannung eintreten. Deutschland handele als ein Land, "das eine große Verantwortung in Europa hat". Auch Scholz betonte, dass es damit aber nicht getan sei. An einer Gesamtregelung werde sich Deutschland selbstverständlich beteiligen. "Das ist ein sehr vernünftiges, bedachtes Vorgehen, das gleichzeitig alle humanitären Anforderungen, die wir an uns selber haben, erfüllt", sagte Scholz.

"Es kann ja nicht so sein und bleiben, dass praktisch von Fall zu Fall, von Mal zu Mal irgendwelche Regelungen gefunden werden", so Scholz weiter. Geben müsse es ein generelles Konzept für die Flüchtlinge. Das Momentum für eine europäische Lösung sei nun besser geworden, da viele Menschen auch in anderen Ländern die Bilder von den griechischen Inseln mit Mitgefühl sähen. "Die Bürgerinnen und Bürger sind so wie wir", sagte Scholz. "Da sind ganz viele, die bedrückt sind, wenn sie die Bilder sehen."/bw/cir/DP/nas