TALINN (dpa-AFX) - Estlands Armeechef Martin Herem hat Deutschland gegen den Vorwurf der mangelnden Unterstützung der Ukraine in Schutz genommen. "Manchmal kommt es mir so vor, als würde den Deutschen Unrecht getan, wenn es um ihre geleistete Hilfe geht. Deutschland hat geholfen und wird weiter helfen, auch wenn die Öffentlichkeit nicht über diese Entscheidungen und Maßnahmen informiert wurde", wurde der militärische Befehlshaber der Streitkräfte des baltischen EU- und Nato-Landes am Mittwoch in einer Armeemitteilung zitiert.

Herem war zuvor in Berlin mit dem Generalinspekteur der Bundeswehr, Eberhard Zorn, zusammengetroffen. Dabei habe er die Bestätigung erhalten, dass die Deutschen "sehr motiviert" seien, der Ukraine zu helfen, erklärte der estnische Armeechef. Militärisch gebe es ein gemeinsames Verständnis über den Krieg in der Ukraine und die Notwendigkeit, die Ukrainer zu unterstützen. "Die Bereitstellung von Hilfe hängt in erster Linie vom politischen Willen und den verfügbaren Ressourcen ab", sagte der estnische Generalleutnant.

Das an Russland grenzende Estland hat nach Angaben der Regierung in Tallinn bisher Militärhilfe im Wert von 230 Millionen Euro für die Ukraine geleistet. Unter den gelieferten Waffen waren etwa Panzerabwehrminen und Javelin-Panzerabwehrraketen aus US-Produktion. Der Baltenstaat übergab Kiew zudem mehrere Haubitzen aus DDR-Altbeständen, deren Weitergabe von der Bundesregierung genehmigt worden war./awe/DP/jha