BRÜSSEL (dpa-AFX) - Die Verschärfung des EU-Klimaziels und die dafür nötigen Milliardeninvestitionen könnten aus Sicht der EU-Kommission zusätzliches Wirtschaftswachstum bringen. Die Brüsseler Behörde beziffert den Effekt auf 0,5 Prozent des Bruttonationaleinkommens bis 2030, falls zugleich Einnahmen aus einem CO2-Preis zur Verminderung falscher Steueranreize genutzt würden. Gerade in der Corona-Krise könnten die Klimainvestitionen der Wirtschaft neuen Schub geben, erklärte die Kommission am Donnerstag.

Sie legte Einzelheiten zum Vorschlag von Kommissionschefin Ursula von der Leyen vor, das EU-Klimaziel für 2030 deutlich zu erhöhen: Bis dahin sollen die Treibhausgase der Europäischen Union um mindestens 55 Prozent unter den Wert von 1990 gebracht werden - statt der bisher anvisierten 40 Prozent. Dafür müssen nach Berechnungen der Kommission jährlich 350 Milliarden Euro zusätzlich investiert werden, im Vergleich zu den Werten in den vergangenen zehn Jahren.

Vor allem die Erneuerbaren Energien und die sparsamere Nutzung von Energie müsse viel schneller vorankommen. So muss der Anteil von Öko-Energien am Gesamtverbrauch bis 2030 nicht nur wie geplant auf 32 Prozent gesteigert werden, sondern auf 38 bis 40 Prozent, wie Energiekommissarin Kadri Simson erläuterte. Bei der Energieeffizienz soll die bisherige Zielmarke von 32,5 auf 36 bis 39 Prozent erhöht werden. Vor allem im Renovieren von Gebäuden stecke großes Potenzial, um Energie beim Heizen und Kühlen einzusparen. In vier Wochen werde die Kommission einen Plan für eine "Renovierungswelle" vorlegen./vsr/DP/eas