BRÜSSEL (dpa-AFX) - Die Europäische Kommission will weiterhin bestimmte Energie-Gasprojekte fördern. Am Freitag veröffentlichte die Brüsseler Behörde eine neue Liste mit sogenannten Vorhaben von gemeinsamem Interesse (PCI). Auf der Liste stehen unter anderem Projekte für den Ausbau von Stromnetzen und Anlagen für Kohlenstoffspeicher, aber auch von Gasleitungen. Die Liste ist brisant, da PCIs schneller genehmigt und mit EU-Geldern gefördert werden können.

Insgesamt listet die Kommission 98 Projekte auf: 67 Projekte zum Ausbau von Stromnetzen oder zur Stromspeicherung, 20 Gasprojekte, sechs Projekte für CO2-Infrastruktur sowie fünf Vorhaben, um Energienetze intelligenter und digitaler zu gestalten - sogenannte "smarte" Netzwerke.

Die Projekte wurden nach Angaben der Kommission ausgewählt, da sie entweder Netzwerke ausbauen, den Wettbewerb verbessern, zur Energiesicherheit oder zur Nachhaltigkeit beitragen. Außerdem sollen sie in mindestens zwei Mitgliedstaaten wirken.

Die Kommission wies darauf hin, dass in der Liste keine neuen Gasprojekte hinzugekommen seien, da sie bereits in der vorherigen Liste aufgeführt würden. Dennoch hatten Umweltaktivisten sowie Abgeordnete der Grünen und der Linken das Register zuvor stark kritisiert. Laut Cornelia Ernst (Linke) würden nun 13 Milliarden Euro in Erdgasprojekte gesteckt. "Die Mittel sollte man besser in den Ausbau erneuerbarer Energien und die dazugehörige Infrastruktur investieren", sagte Ernst vergangene Woche.

Die EU-Staaten und das Europäische Parlament haben nun zwei Monate Zeit, die Liste anzunehmen oder abzulehnen./dub/DP/ngu