BRÜSSEL (dpa-AFX) - Die EU-Staaten sollen den Zugang zu Asylverfahren nach einem Aufruf der EU-Kommission auch während der Corona-Krise gewähren. Die Brüsseler Behörde rief am Freitag angesichts des Weltflüchtlingstags (Samstag) dazu auf, grundlegende Prinzipien auch während einer Pandemie auf der ganzen Welt anzuwenden. Jene in Not müssten weiter Zugang zu Verfahren für internationalen Schutz haben.

Die EU bekenne sich zur Genfer Flüchtlingskommission, zum Recht auf Asyl sowie zum Prinzip des "Non-Refoulement". Danach dürfen Asylsuchende oder Flüchtlinge nicht in Länder zurückgeschickt werden, in denen ihnen eine Gefahr für Freiheit oder Leben droht, die sich aus ihrer ethnischen Zugehörigkeit, Religion, Nationalität, sozialen Gruppe oder politischen Überzeugungen ergibt.

Mehrere EU-Staaten hatten den Zugang zu Asylverfahren in den vergangen Monaten eingeschränkt. Malta und Italien erklärten im Zuge der Corona-Krise, sie könnten keine sicheren Häfen für Migranten mehr bieten, die aus Seenot gerettet wurden und sich in ihren Hoheitsgewässern befanden. Die griechische Küstenwache versucht seit April mit rabiaten Mitteln, das Übersetzen von Migranten aus der Türkei zu den griechischen Inseln im Osten der Ägäis zu verhindern. Die Boote der Migranten werden dabei systematisch zurück in türkische Hoheitsgewässer gedrängt./wim/DP/fba