BERLIN/BRÜSSEL (dpa-AFX) - Die EU will die europäische Wirtschaft für eine mögliche zweite Corona-Welle wappnen. Es gelte zu vermeiden, "dass infolge der wieder ansteigenden Infektionszahlen die wirtschaftlichen Aufschwungstendenzen in Europa beeinträchtigt und gefährdet werden", sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier am Freitag in Berlin vor informellen Video-Beratungen der EU-Minister für Industrie und Binnenmarkt. Das sei eine große Verantwortung.

Dazu wollten die Minister über die Erfahrungen aus "der großen ersten Welle der Pandemie im Frühjahr" diskutieren, kündigte der CDU-Politiker an. Es gelte, "Schäden und Fehler" wie in der ersten Jahreshälfte zu vermeiden. "Die Pandemie ist wieder zurück in den meisten unserer Länder", sagte Altmaier. Zunehmend würden Regionen und Hauptstädte als Risikogebiete eingestuft, das gilt auch für den EU-Sitz Brüssel. Auch in Deutschland seien die Infektionszahlen gestiegen, sie hätten sich im Vergleich zum Tiefstand im Juli versechsfacht, sagte der Minister.

Altmaier sagte, bei der Konferenz gehe es zudem darum, wie Klimaschutz mit wirtschaftlichem Wachstum und gesunder wirtschaftlicher Entwicklung in Einklang gebracht werden könne. Der ambitionierte "Green Deal" und die Klimaziele der EU-Kommission, den Ausstoß der Treibhausgase drastisch zu senken, könnten nur erreicht werden, wenn Klimaschutz, Wirtschaft und Industrie im Einvernehmen arbeiteten, betonte er. Auch wettbewerbsrechtliche Fragen wie Protektionismus sollen bei der Videokonferenz zur Sprache kommen. Er hoffe zu einzelnen Fragen auf konkrete Schlussfolgerungen, sagte Altmaier./bvi/DP/eas