BRÜSSEL (dpa-AFX) - Lastwagenfahrer auf Europas Straßen sollen nach dem Willen des EU-Parlaments besser vor Ausbeutung und schlechten Arbeitsbedingungen geschützt werden. Die Abgeordneten wollen neue Mindestlohnregeln durchsetzen und erreichen, dass Fahrer ihre Hauptruhezeiten außerhalb ihrer Kabinen verbringen müssen. Das geht aus einem Kompromiss hervor, auf den sich die Abgeordneten am Donnerstag in Brüssel nach hitzigen Debatten einigten. Nun muss das Parlament noch mit den Mitgliedstaaten verhandeln, bevor neue Regeln in Kraft treten können. Einen klaren Zeitplan dafür gibt es noch nicht.

Bislang sind auf Europas Straßen viele Fahrer vor allem aus Osteuropa unterwegs, die deutlich weniger verdienen als etwa ihre deutschen Kollegen. Das Parlament fordert nun, dass der jeweilige nationale Mindestlohn zwar etwa bei bilateralen Transporten zwischen zwei Ländern nicht gelten soll. Sobald aber ein Lkw etwa Lieferungen innerhalb eines fremden Markts übernimmt - also bei der sogenannten Kabotage - soll der Fahrer den dortigen Mindestlohn bekommen. Kabotage soll außerdem nur unter strengen Auflagen erlaubt bleiben.

Daneben sollen Fahrer nicht mehr monatelang in Europa unterwegs sein dürfen, ohne ihr Heimatland zu sehen. Dafür fordert das EU-Parlament, dass die Lkw-Fahrer mindestens alle vier Wochen in ihr Heimatland zurückkehren dürfen./vio/DP/stk