BRÜSSEL (dpa-AFX) - Gut eine Woche vor dem EU-Gipfel ist nach Angaben von Ratspräsident Charles Michel noch keine Einigung auf das milliardenschwere Haushalts- und Konjunkturpaket in Sicht. Seine Vorgespräche mit den EU-Staats- und Regierungschefs seien extrem intensiv und teils sehr schwierig, sagte Michel am Mittwoch im Europaparlament. "Wir sind noch nicht am Ende der Verhandlungen. Enorm viel Arbeit ist noch nötig."

Er werde alles für eine rasche Einigung tun, versicherte der Belgier. Bis Ende dieser Woche werde er einen Kompromissvorschlag machen, der dann von den 27 Staaten zur Vorbereitung des Gipfels am 17. und 18. Juli erörtert werden könne. Eine Einigung könne nur gelingen, wenn sich alle Beteiligten bewegten, fügte Michel hinzu.

Die EU-Kommission hatte ein schuldenfinanziertes Programm im Umfang von 750 Milliarden Euro zur wirtschaftlichen Erholung nach der Corona-Pandemie vorgeschlagen. Dieses wird gemeinsam mit dem nächsten siebenjährigen EU-Haushaltsplan verhandelt.

Michel nannte eine ganze Serie von Streitpunkten: den Umfang des Haushaltsplans, Beitragsrabatte, den Umfang des Konjunkturprogramms, die Frage, ob schuldenfinanziertes Geld als Zuschuss vergeben werden soll, die Kriterien für die Verteilung des Geldes und die Frage, ob die EU neue eigene Einnahmen bekommen soll./vsr/DP/men