Die EU-Kommission will den Lieferkaufvertrag mit Valneva kündigen, weil die Biotechfirma keine Marktzulassung von der EMA bis zum 30. April erhielt, was Voraussetzung war. Eine Chance bleibt. Das Börsengeflüster!

Die Absicht der Europäischen Kommission setzt den französisch-österreichischen Biotechkonzern enorm unter Druck und damit auch seine Aktionäre. Bis zu 60 Millionen Totimpfstoff-Dosen stehen auf dem Spiel. Die Chefetage von Valneva gibt sich dennoch optimistisch. Die Valneva-Aktie startete mit einem Kursverlust von rund 20 Prozent in die Handelswoche.

Das Stimmungsbild aus dem Valneva-Forum auf wallstreet:online:

Nosov1982: Wenn das eintritt, woher soll der Umsatz dann noch kommen?

sam2004: Also das hat sich dann erledigt mit Valneva. Der Impfstoff kommt einfach ein Jahr zu spät.

BaronVonDude: Mal abgesehen davon, dass das Impfthema eigentlich durch ist und Valneva mindestens ein Jahr zu spät mit ihrem Alternativprodukt ankommt. Dieses Warten auf eine große Zulassung (EU oder USA) ist für mich ein Grund hier nicht zu investieren. Der Hype war bereits und wird sich nicht wiederholen. Gibt es eigentlich Lieferverträge nennenswerten Umfangs? Das Ganze ist ein reines Nischenprodukt – nicht mehr und nicht weniger. Also nichts mit Biontech 2.0.

user137: Gemäß den Bedingungen des Vorabkaufvertrages hat Valneva ab dem 13. Mai 2022 30 Tage Zeit, um eine Marktzulassung zu erhalten oder akzeptable Maßnahmen zur Nachbesserung vorzuschlagen. Vielleicht wollen sie nur die Preise verhandeln. Hier ist noch gar nichts gekündigt.

Forum: Genau so eine Meldung haben die Short-Seller gebraucht, aber Valneva hat nun noch knapp einen Monat Zeit und bei Erfolg schlägt das Pendel wieder mächtig in die andere Richtung. […] Selbst wenn Valneva das mit dem Covid-Impfstoff in den Sand setzt, gibt es immer noch genug in der Pipeline, welches den momentanen Kurs halbwegs rechtfertigt.

bödel: Ein Fass ohne Boden. Gesamtimpfzahlen gehen zurück. Corona geht zurück. Valneva Wirksamkeit ist sehr dürftig. Börsen sind auf Tauchstadion. Es gibt Länder, die ihre Impfstoffe zurückgeben. So viele Einflüsse – das kann nicht gut gehen. Andere Impfstoff-Hersteller werden auch bald auf Tauchstation gehen.

Valnevist: Jetzt wird auch klar, dass die Zusatzfragen der EMA keinen sachlichen Grund hatten, sondern nur zur Verzögerung dienten, um den Impfstoff nicht vor Ende April zulassen zu müssen! Denn dann wäre der Abnahmevertrag automatisch in Kraft getreten, und das wollten einzelne/mehrere Länder offensichtlich nicht! Der Impfstoff selbst ist tadellos, davon bin ich weiter voll überzeugt. Aber entscheidend wird ohnehin die Covid-Entwicklung im Herbst sein, daran hat sich nichts geändert. Dann gehts ordentlich hoch. Oder die Aktie stagniert und wir müssen auf Chikungunya, Borreliose und Zika warten.

Bis zum nächsten Börsengeflüster!

Autor: Nicolas Ebert, wallstreet:online Zentralredaktion


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