BRÜSSEL (dpa-AFX) - Mit öffentlichen Wasserspendern und kostenlosem Leitungswasser in Restaurants soll der Zugang zu Trinkwasser in der Europäischen Union verbessert werden. Das Europaparlament billigte am Dienstag eine entsprechende Einigung, die mit den Mitgliedstaaten erzielt worden war. Der deutsche Europa-Staatsminister Michael Roth sagte in der Plenardebatte, sauberes Wasser sei ein Menschenrecht. Es müsse allen zugänglich sein. Berichterstatter Christophe Hansen von den Christdemokraten wies zudem darauf hin, dass etliche Plastikflaschen durch Trinkwasserspender eingespart werden könnten.

Auch die Wasserqualität soll mit der Erneuerung der Trinkwasser-Richtlinie künftig besser werden. Es sei ein gutes Zeichen, dass es erstmals Grenzwerte für hormonverändernde Substanzen im Wasser geben werde, sagte der Grünen-Abgeordnete Sven Giegold. Aber auch die Anteile von Arzneimitteln, Mikroplastik und weiteren gefährlichen Stoffen im Wasser sollen kontrolliert werden.

Die Erneuerung der EU-Trinkwasserrichtlinie geht auf die Bürgerinitiative "Recht auf Wasser" zurück, in der 1,8 Millionen Europäerinnen und Europäer einen besseren Zugang zu sauberem Wasser gefordert hatten. Es ist die erste erfolgreiche Initiative dieser Art, die in der EU in Gesetzesform gegossen wird, wie es aus dem Parlament hieß.

Die EU-Staaten haben nun zwei Jahre Zeit, die Änderungen umzusetzen. Der Verband kommunaler Unternehmen, dessen Mitglieder nach eigenen Angaben mehr als 90 Prozent der Bevölkerung Deutschlands mit Trinkwasser versorgen, begrüßte die neue Richtlinie. Sie schaffe die Voraussetzungen dafür, das Vertrauen der Bürger in ihr Trinkwasser weiter zu stärken./rbo/DP/eas