WIEN (dpa-AFX) - Deutschland, Frankreich und Großbritannien haben Russlands jüngste Forderungen für die Rettung des Atomabkommens mit dem Iran abgelehnt. Die europäischen Länder warnten am Dienstag, dass der in Wien ausverhandelte Lösungsvorschlag angesichts des voranschreitenden iranischen Atomprogrammes nicht ewig auf dem Tisch liegen bleiben könne. "Das Zeitfenster schließt sich", sagte Londons Botschafterin bei den internationalen Organisationen in Wien, Corinne Kitsell, im Namen der drei Staaten.

Diplomaten aus Berlin, Paris, London, Moskau und Peking haben in den vergangenen elf Monaten zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran vermittelt und eine Übereinkunft fast fertig ausgehandelt. Sie sieht vor, dass Washington seinen Ausstieg aus dem ursprünglichen Atomabkommen von 2015 revidiert und Iran-Sanktionen aufhebt. Im Gegenzug soll Teheran sein Atomprogramm wieder einschränken, um die Entwicklung von Nuklearwaffen zu unterbinden.

Seit Samstag fordert Moskaus Außenminister Sergej Lawrow Garantien, dass künftige russisch-iranische Wirtschafts- und Militärkooperationen nicht durch US-Sanktionen behindert werden dürfen, die Russland für die Invasion in die Ukraine bestrafen. "Wir fordern alle Beteiligten auf, die nötigen Entscheidungen zum Abschluss dieses Deals zu treffen", richteten die drei europäischen Staaten am Dienstag Washington und Teheran aus. "Und wir fordern Russland auf, keine sachfremden Bedingungen für den Abschluss zu stellen", fügten sie hinzu./al/DP/he