LUXEMBURG (dpa-AFX) - Der schon hohe Preisauftrieb in der Eurozone verstärkt sich weiter. Im Januar stiegen die Erzeugerpreise abermals mit Rekordtempo. Die Preise, die Hersteller für ihre Waren erhalten, erhöhten sich zum Vorjahresmonat um 30,6 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat am Donnerstag in Luxemburg mitteilte. Das ist die höchste Rate seit der Einführung des Euro als Buchgeld im Jahr 1999. Analysten hatten mit einem Anstieg in dieser Größenordnung gerechnet. Schon in den Monaten zuvor hatten die Erzeugerpreise Höchststände markiert.

Besonders deutlich verteuerte sich abermals Energie, die 85,6 Prozent teurer war als ein Jahr zuvor. Die Preise für Vorleistungsgüter stiegen mit 20,2 Prozent ebenfalls deutlich. Hier machen sich zahlreiche Probleme im internationalen Warenhandel bemerkbar.

Gegenüber dem Vormonat stiegen die Erzeugerpreise insgesamt um 5,2 Prozent. Von Analysten war im Schnitt nur ein Anstieg um 2,8 Prozent erwartet worden.

Die Erzeugerpreise messen den Preisdruck auf Herstellerebene, indem sie die Verkaufspreise der Produzenten erfassen. Die Entwicklung schlägt in der Regel teilweise auf die Verbraucherpreise durch, an denen die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik ausrichtet.

Auch auf Verbraucherebene hat sich die Teuerung zuletzt immer weiter verstärkt. Im Februar sind die Lebenshaltungskosten in der Eurozone um 5,8 Prozent gestiegen und damit so stark wie noch nie seit Bestehen des Währungsraums. Die Lage könnte sich durch den Krieg Russlands gegen die Ukraine weiter verschärfen. Es wird befürchtet, dass es zu Ausfällen von Energie- und Rohstofflieferungen kommen könnte./jsl/bgf/jha/