DRESDEN (dpa-AFX) - Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) setzt am Montag (09.00 Uhr) ihre Synodentagung in Dresden mit Beratungen zum Schwerpunktthema Gerechtigkeit und Frieden fort. Neben dem gesellschaftlichen Frieden in Deutschland treiben die Kirche Bedrohungen des globalen Friedens um: durch Kriege, Rüstungsexporte, Flüchtlingsströme sowie den Klimawandel.

Bereits in seiner Eröffnungsrede hatte der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm zur Frage von Militärinterventionen betont, dass die Kirche sich nicht auf eine Moral zurückziehen könne, die nur dann funktioniere, wenn man sie nicht auf konkrete Situationen anwenden müsse. Die Kirche müsse auch ethische Maßstäbe zum Umgang mit den durch das Versagen von Prävention faktisch entstandenen Gewaltsituationen entwickeln.

Auch aus christlicher Perspektive lasse sich die Anwendung militärischer Gewalt nicht kategorisch ausschließen, etwa wenn es darum gehe, einen Völkermord wie in Ruanda 1994 zu verhindern, sagte Bedford-Strohm. Die Kirche müsse aber zugleich Gründe des Versagens von Prävention benennen, zu denen auch der von Deutschland betriebene weltweite Waffenhandel gehöre.

Im weiteren Verlauf des Jahrestreffen des Kirchenparlaments geht es zudem um das Aufarbeiten von sexuellem Missbrauch, den es auch in der evangelischen Kirche in Hunderten Fällen gegeben hat. Die EKD ist der oberste Dachverband der gut 21 Millionen evangelischen Kirchenmitglieder in Deutschland./evs/DP/jha