BERLIN (dpa-AFX) - Die Solarenergiebranche in Deutschland kommt nicht ohne Importe aus China aus. "Sollte der Nachschub, aus welchen Gründen auch immer, unterbrochen werden, hat das direkten Einfluss auf das weitere Gelingen der Energiewende", sagte Volker Quaschning, Professor an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin. "Überfällt China Taiwan, ist möglicherweise die deutsche Energiewende erst einmal beendet", warnte der Experte für Regenerative Energien.

"Beim Solarenergieausbau sind wir derzeit zu über 90 Prozent vom Solarmodulimport aus asiatischen Ländern abhängig", sagte Qaschning der Deutschen Presse-Agentur. Weitere Abhängigkeiten gebe es beispielsweise beim Import von Computerchips für Solarwechselrichter.

Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW), Carsten Körnig, mahnte, der Wiederaufbau einer deutschen und europäischen Solarindustrie sei von großer Bedeutung, um widerstandsfähiger bei globalen Krisen zu werden. "Die Voraussetzungen für eine Renaissance der europäischen Solarindustrie haben sich bereits deutlich verbessert", sagte Körnig. "Durch die zunehmende Automatisierung ist der Anteil der Arbeitskosten deutlich gesunken, während gleichzeitig die Transportkosten immer stärker ins Gewicht fallen."/ah/DP/jha