BERLIN (dpa-AFX) - Um die Energiewende voranzubringen und weniger bürokratisch zu machen, fordern Experten, die Ökostrom-Umlage auf null zu senken - also faktisch abzuschaffen. Derzeit wirke die Umlage, die Verbraucher über die Stromrechnung zahlen, wie eine Innovationsbremse, sagte der Chef der Deutsche Energie-Agentur, Andreas Kuhlmann, am Dienstag. Zur teilweisen Gegenfinanzierung schlägt die Agentur gemeinsam mit dem Finanzwissenschaftlichen Forschungsinstituts der Universität Köln und der Stiftung Umweltenergierecht vor, die Stromsteuer von 2,05 Cent pro Kilowattstunde zunächst bis 2030 zu verdoppeln.

Derzeit liegt die Ökostrom-Umlage, auch EEG-Umlage genannt, bei 6,76 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Im kommenden Jahr will die schwarz-rote Koalition sie über einen Zuschuss aus dem Bundeshaushalt auf 6,5 Cent senken, um die Strompreise zu entlasten. Ein Vier-Personen-Haushalt mit einem Stromverbrauch von 4000 kWh im Jahr würde dann noch 260 Euro EEG-Umlage zahlen. Eine Absenkung auf null und eine Verdoppelung der Stromsteuer würde eine weitere Entastung um 4,5 Cent pro kWh bedeuten, rechneten die Experten vor. Ob Strom genau um diesen Betrag günstiger würde, ist nicht absehbar, da sich der Strompreis aus mehreren Bestandteilen zusammensetzt.

Über die Ökostrom-Umlage erhalten etwa die Betreiber von Wind- und Solaranlagen eine Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Die Förderung solle es weiter geben, betonten die Experten, nur eben anders finanziert - aus Steuermitteln und den Einnahmen aus dem dem neuen CO2-Preis auf Sprit, Heizöl und Erdgas, der 2021 kommt. Um im Klimaschutz voranzukommen, muss mehr Energie aus erneuerbaren Energiequellen kommen und weniger aus fossilen wie Kohle, Öl und Gas. Daher halten Experten es für wichtig, die Strompreise zu senken, die in Deutschland vergleichsweise hoch sind./ted/DP/jha