London (dpa) - Großbritannien steht Experten zufolge in diesem Jahr ein erheblicher Anstieg der Arbeitslosigkeit infolge der Corona-Krise bevor.

In den offiziellen Zahlen des Statistikamts ONS (Office for National Statistics) für Juni, die heute veröffentlicht werden, dürfte sich das aber noch nicht oder nur teilweise niederschlagen.

Bislang hat das Land die Folgen der Pandemie mit einem Programm abgefedert, das der deutschen Kurzarbeit nachempfunden ist, dem Job Retention Scheme. Insgesamt 9,6 Millionen Menschen profitierten davon, «furloughed», also freigestellt zu sein, während der Staat zahlte. Doch das läuft nun phasenweise bis Ende Oktober aus - mit möglicherweise drastischen Folgen für viele Arbeitnehmer.

Tony Wilson, der Direktor des Institute for Employment Studies, befürchtet, dass die Arbeitslosenquote bis Ende des Jahres auf etwa 10 Prozent ansteigen könnte. Die Bank of England schätzt die Lage mit 7,5 Prozent zum Jahresende etwas positiver ein. Trotzdem wäre das ein großer Sprung von den 3,9 Prozent, die noch für Mai vermeldet wurden.

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