FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Konjunktur im Euroraum wird sich nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB) schneller vom Corona-Tief erholen als bisher gedacht. Die Notenbank erwartet für das laufende Jahr nun ein Wirtschaftswachstum von 5,0 Prozent, wie EZB-Präsidentin Christine Lagarde am Donnerstag in Frankfurt sagte. Im Juni hatten die Währungshüter noch einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 4,6 Prozent vorhergesagt.

Im kommenden Jahr wird die Wirtschaft im Währungsraum der 19 Länder nach der neuesten EZB-Vorhersage um 4,6 Prozent zulegen (Juni-Prognose: 4,7 Prozent). Für 2023 erwarten die Experten der Notenbank unverändert einen Anstieg der Wirtschaftsleistung um 2,1 Prozent. Im Corona-Krisenjahr 2020 war das BIP im Euroraum um 6,4 Prozent eingebrochen und damit so stark wie noch nie.

Die Teuerung im Euroraum dürfte nach Einschätzung der Zentralbank in diesem Jahr bei 2,2 Prozent liegen. Im Juni war die Notenbank noch von einem Anstieg von 1,9 Prozent ausgegangen. Für 2022 rechnen die Währungshüter nun mit einer jährlichen Preissteigerung von 1,7 Prozent (Juni-Prognose: 1,5 Prozent), für 2023 sagt die EZB eine Inflationsrate von 1,5 Prozent (Juni-Prognose: 1,4 Prozent) voraus.

Beim Umgang mit vergleichsweise hohen Inflationsraten hat sich die EZB, deren oberstes Ziel stabile Preise sind, mehr Flexibilität verschafft: Die Notenbank strebt inzwischen für den Währungsraum eine jährliche Teuerungsrate von zwei Prozent an und ist zumindest zeitweise bereit, ein moderates Überschreiten dieser Marke zu akzeptieren./ben/DP/bgf