Nach Apple hat nun auch Microsoft den Sprung in den Club der 2 Billionen US-Dollar Unternehmen geschafft. Bei wallstreet:online verrät Finanz-Blogger Philipp Haas, welche Tech-Aktien aktuell seine Favoriten sind.

Im Pandemie-Jahr 2020 war die Gruppe der US-amerikanischen Tech-Giganten – besser bekannt als FAANGM – der maßgebliche Treiber der Post-Corona-Rallye. Online-Services waren im Lockdown heiß begehrt und die Big Tech-Aktien galten für viele Anleger als eine sichere Bank.

Doch in 2021 eilen die Börsenlieblinge aus dem Silicon Valley nicht mehr im Gleichschritt von einem Rekordhoch zum nächsten. Weltweite Impfkampagnen und das Hochfahren der Wirtschaft in vielen Ländern hat stattdessen den in der Pandemie abgestraften Value-Werten zu einer Rallye verholfen. Die FAANGM-Gruppe hat sich in den vergangenen Monaten sehr unterschiedlich entwickelt. Das zeigt ein Blick auf die Kurscharts seit Jahresbeginn.

Die Facebook-Aktie liegt seit Jahresanfang 26 Prozent im Plus, die Google-Mutter Alphabet sogar 41 Prozent. Software-Urgestein Microsoft konnte 21 Prozent zulegen. Dagegen hinkt die Apple-Aktie der Tech-Konkurrenz hinterher – mit einem mageren Zuwachs von drei Prozent seit Anfang Januar, bei Netflix sind es rund ein Prozent. Auch E-Commerce-Riese Amazon bleibt mit einem Kursgewinn von zehn Prozent hinter der S&P 500 Benchmark (+ 14 Prozent) zurück.

Wie das Wall Street Journal kürzlich berichtete, sind in den vergangenen Monaten bei manchen Tech-Giganten die Umsatzprognosen schneller als die Aktienkurse gestiegen. Gemessen am KGV sanken so auch die Bewertungen. Könnten die sonst als teuer geltenden Tech-Aktien möglicherweise aktuell einen günstigen Einstieg bieten?

Im Gespräch mit wallstreet:online erklärt Finanzblogger Philipp Haas von Investresearch: „Nach meinem Investmentmodell des fairen KGV´s waren und sind Amazon, Apple und Netflix fundamental eher teuer, auch wenn sie Weltklasseunternehmen sind. Am attraktivsten nach diesem Modell war und ist Facebook, wo es noch ordentliches Aufwärtspotential gibt und auch Alphabet ist noch leicht unterbewertet.“

Anzeichen für Überbewertungen sieht der Börsen-Fachmann eher in der zweiten Tech-Reihe als bei den Mega-Caps wie Amazon, Facebook und Alphabet. „Generell sind die Schwergewichte nicht maßlos überbewertet, wie so mancher Tech Player aus der 2. Reihe und im Verhältnis zum Index ist es gefährlicher sie nicht zu haben, als sie zu haben.“

Attraktiv seien die Großen vor allem, weil sie sich ständig in neuen Geschäftsfeldern ausbreiten. „Bei Facebook gibt es noch viel Potential bei WhatsApp und Payments und bei Google bei YouTube und Autonomes Fahren. Inzwischen ist von den ganz großen Big Tech Firmen Facebook auch die einzige, die noch vom Gründer geführt wird, da ja bei Amazon Jeff Bezos aufhört.“ Wer etwas mehr Risiko gehen wolle, könne möglicherweise in China mit Alibaba eine günstige FAANGM-Alternative finden.

Auch das Analysehaus Morningstar hat kürzlich günstig bewertete Tech-Werte unter die Lupe genommen. Ähnlich wie Haas sieht auch Morningstar-Analyst Ali Mogharabi vor allem bei Facebook und Alphabet noch Luft nach oben. „Wir gehen davon aus, dass das Wachstum der digitalen Werbeeinnahmen für beide Unternehmen über mehrere Jahre hinweg im zweistelligen Bereich liegen wird.”

Autor: Julian Schick, wallstreet:online Zentralredaktion

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