Der designierte Bundeskanzler Olaf Scholz gilt als bekennender Aktienmuffel. Ganz anders seine Neffen Fabian und Jakob Scholz. Konnten die beiden ihren Onkel inzwischen als Kunden für ihre Finanz-App rubarb gewinnen?

wallstreet:online: Herr Scholz, mit Ihrer Micro-Investment-App rubarb wollen Sie „die Geldanlage demokratisieren“ und jedem einen einfachen Zugang zu den Aktienmärkten bieten. Wie viele Menschen nutzen bislang rubarb?

Fabian Scholz: Unsere App ist seit etwa einem Jahr live und wurde seither über hunderttausendmal heruntergeladen. Monat für Monat kommen neue User hinzu, sodass inzwischen schon 32.000 Nutzerinnen und Nutzer das Onboarding abgeschlossen haben. Es ist toll zu sehen, wie rege die rubarb-App von ihnen genutzt wird: Über 50 Prozent der User zahlen wöchentlich über die App Geld in ihre Portfolios ein.

wallstreet:online: Ihr Onkel Olaf Scholz, noch Bundesfinanzminister und designierter Bundeskanzler, ist bekennender Aktienmuffel. Konnten Sie ihn inzwischen als Kunden gewinnen?

Fabian Scholz: rubarb-Nutzer ist er meines Wissens nicht – ob man in Aktien investieren möchte oder nicht, sollte ja auch jedem selbst überlassen bleiben. Unabhängig davon rät er jedoch klar zum Aktienkauf, um für das Alter vorzusorgen. Und damit setzt er als designierter Bundeskanzler ein wichtiges Statement. Denn es ist tatsächlich so: Sparen mit herkömmlichen Maßnahmen wie Girokonto, Sparbuch oder sogar Sparschwein funktioniert nicht mehr. Dem Wertverlust durch Inflation und Negativzinsen kann nur mit Rendite entgegengewirkt werden.

wallstreet:online: Wir hatten bereits im Frühjahr über rubarb gesprochen. Was ist seitdem passiert und was hat es mit dem neuen rubarb-Feature, dem Sparbutler, auf sich?

Fabian Scholz: Im vergangenen halben Jahr hat sich einiges bei uns getan. Zum einen sind natürlich unser Team und unsere Community deutlich gewachsen. Außerdem haben unsere Nutzerinnen und Nutzer jetzt die Möglichkeit, mit rubarb für ihre individuellen Träume zu sparen: Sie geben an, wofür sie Geld beiseitelegen wollen, wie viel Kapital sie dafür insgesamt benötigen und bis wann sie diese Summe “verdient” haben möchten. Die rubarb-App berechnet dann ganz automatisch, wie viel Geld monatlich gespart werden müsste und ob das Ziel beim derzeitigen Sparverhalten erreichbar ist. Anhand von Grafiken können die User dann live mitverfolgen, wie sie ihrem Traum finanziell immer näherkommen.

Ganz neu ist nun unser „Sparbutler“ – neben dem “Zielsparen” unser zweites neues großes Feature, das wir in kurzer Zeit gelauncht haben. Er ermöglicht es unseren Nutzerinnen und Nutzern, mit Hilfe eines automatischen Wechselservices der Strom- und Gastarife noch mehr Geld einzusparen. Das funktioniert so: Einmal angegeben, wie viele Personen im Haushalt leben und wie viel Energie verbraucht wird, kann zu Beginn zwischen Öko- und Normaltarifen sowie dem günstigsten und dem zuverlässigsten der günstigen Anbieter gewählt werden. Durch ein Maklermandat, das unsere User uns erteilen, können wir dann jährlich den Wechsel zum attraktivsten Anbieter für sie vornehmen. Sie brauchen sich also um nichts weiter zu kümmern – und können jährlich bis zu 500 Euro pro Vertrag einsparen!

wallstreet:online: Was machen Sie mit ihrem eigenen Geld? In welche Anlageklassen investieren Sie?

Fabian Scholz: Ich selbst, meine beiden Gründerkollegen und viele unserer “Rubarbians” – so nennen wir uns selber hier bei rubarb – legen unser Geld zu einem Großteil über die rubarb-App an. Wir haben rubarb ja einmal gestartet, weil wir selber eine solche Lösung vermisst haben. Wir würden einen Großteil unseres Vermögens immer in globale ETF-Portfolios investieren, denn zu glauben, wir könnten regelmäßig den Markt schlagen, maßen wir uns nicht an. Gleichzeitig sind Robo Advisors und Broker aber unnötig teuer. Bei uns ist die Geldanlage kostenlos. Da wären wir ja schön blöd, wenn wir woanders noch AuM- und Transaktionsgebühren zahlen würden. Übrigens: Die federführend von meinem Bruder zusammengestellten drei Portfolios in der rubarb-App haben allesamt seit Launch der App den Markt-Benchmark outperformed. Wir sind also sehr zufrieden mit seiner Arbeit.

Jetzt haben wir hier alle mit großer Begeisterung auch unsere Energieverträge in der App hinterlegt und sparen zusätzliches Geld jedes Jahr. Gleichzeitig müssen wir uns tatsächlich um gar nichts mehr selber kümmern und haben noch mehr Zeit für die Weiterentwicklung von rubarb.

wallstreet:online: Was bedeutet eigentlich der Name rubarb?

Fabian Scholz: Zu rubarb muss man sagen: Wir haben es uns mit der Namensfindung nicht leicht gemacht. Das heißt, wir haben nach einem Namen gesucht, der auch international funktioniert – zugleich war uns aber auch wichtig, dass der Name nirgendwo negativ vorbelastet ist.

rubarb leitet sich vom englischen Wort für Rhabarber ab. Dabei sehen wir eine Parallele zum Thema Sparen: Mit Geld ist es wie mit Rhabarber. Das rohe Gemüse gibt viele Rätsel auf, keiner weiß es richtig anzupacken – aber jeder liebt, was man daraus machen kann! Mein Bruder Jakob hat beispielsweise nicht nur ein glückliches Händchen bei der Auswahl von ETFs, er macht auch einen ganz vorzüglichen Rhabarber-Streuselkuchen.

wallstreet:online: Herr Scholz, vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Ferdinand Hammer, wallstreet:online Zentralredaktion


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