Am Wochenende wurden Daten von  einer halben Facebook-Nutzern in Hacker-Foren veröffentlicht. Betroffen waren User aus vielen verschiedenen Ländern, einschließlich Deutschland. Dies veranlasste auch die in Europa zuständige irische Datenschutzbehörde zu dem Fall zu recherchieren. Die Behörde wurde allerdings nicht von Facebook selbst informiert. Trotz dieser brisanten News notiert die Facebook-Aktie in Grün. 

Riesen Datenleck bei Facebook 

Name, Geburtsdatum, Telefonnummer und E-Mail-Adresse gehören zu den Millionen personenbezogener Daten, die am Wochenende in Hackerforen veröffentlicht wurden. Insbesondere enthält der durchgesickerte Datensatz Informationen über mehr als 533 Millionen Facebook-Nutzern, welche  mehrfach im Internet verkauft wurden. 

Die auf der Social-Media-Plattform gespeicherten Telefonnummern sind nicht öffentlich sichtbar und sollen helfen, Freunde und Bekannte auf Facebook zu finden. Hacker haben dennoch einen Weg gefunden, sie zu finden, indem sie die Freunde-Suchfunktion vieler persönlicher Daten manipulierten.

Die Daten stammen von Benutzern in 106 Ländern, von denen 32 Millionen aus den USA, 11 Millionen aus dem Vereinigten Königreich und 6 Millionen aus Indien stammen. Auch die Daten von rund 6 Millionen deutschen Nutzern waren von dem Leck betroffen. Interessantes Detail: Facebook-Chef Mark Zuckerberg ist ebenfalls betroffen. Eine Handynummer von ihm wurde veröffentlicht. 

Alon Gal, der Chief Technology Officer von Hudson Rock, entdeckte die Daten am Wochenende und warnte darüber via Twitter. Hudson Rock schützt andere Unternehmen vor Datenverlust und Diebstahl.

Der Regionaldirektor von Microsoft, Troy Hunt, hat jetzt den Datensatz in die Datenbank auf der Seite have I been pwned“ einfügt. Dort können Benutzer prüfen, ob ihre Daten geleakt wurden. Dies galt erst nur für E-Mail-Adressen. Da das aktuelle Leck auch viele Telefonnummern betrifft, hat Hunt diese Option auf der Seite hinzugefügt. 

Facebook verheimlicht Datenleck – Seit 2019!

Gleichzeitig hat Facebook den Datenverlust heruntergespielt. Liz Bourgeois von der Facebook-Pressestelle schrieb auf Twitter, dass die durchgesickerten Daten aus dem Datensatz von 2019 stammen sollen und, dass das Problem bereits seit August 2019 behoben ist.

Dies macht die Benutzer wütend, da das Unternehmen bezüglich personenbezogener Datenverarbeitung schon oft mit Negativschlagzeilen zu kämpfen hatte. Bereits 2019 erschienen die Telefonnummern von 420 Millionen Nutzern im Internet.

Richard Gutjahr, ein deutscher Journalist, schimpft auf Twitter: „Was eine arrogante, selbstgerechte ‚wenn sie kein Brot haben, sollen sie doch Kuchen essen‘-Antwort ist das? Unglaublich.“ Diese Reaktion ist nachvollziehbar, denn auch wenn Facebook das Problem des Datenlecks gelöst hat, ist das Thema wichtig: Die neuesten Veröffentlichungen erhöhen das Risiko von Betrugsversuchen. 

Gale sagte gegenüber Businessinsider: „Eine Datenbank dieser Größe, die private Informationen wie Telefonnummern vieler Facebook-Nutzer enthält, würde sicherlich dazu führen, dass schlechte Leute die Daten nutzen, um Social-Engineering-Angriffe [oder] Hacking-Versuche durchzuführen“.

Facebook-Aktie tendiert nordwärts

Der Vorfall lässt die Börse kalt. Das kann am wahnsinnigen Wachstum der Social-Media-Plattform liegen. Bis Ende 2020 nutzen weltweit 2,8 Milliarden Menschen das Netzwerk. Dies ist das erste Netzwerk seiner Art, das die magische Marke von 1 Milliarde Benutzern erreicht und es scheint kein Ende in Sicht zu sein. 

Am Dienstagnachmittag freut sich die Börsennews-Community dann sogar über ein neues All-Time-High. Gegenwärtig notiert die Facebook-Aktie im Handel der Baader Bank mit einem Plus von 2,32 Prozent bei 259,55 Euro.