MAINZ (dpa-AFX) - FDP-Generalsekretär Volker Wissing plädiert im Umgang mit der Corona-Pandemie für eine bessere Aufklärung und mehr Eigenverantwortung der Bürger. Der Chef der rheinland-pfälzischen Freien Demokraten forderte im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur zudem mehr Mut zu kontroverseren Parlamentsdebatten. "Wir müssen den Bürgerinnen und Bürgern zeigen, dass wir in den Parlamenten nicht irgendwas diskutieren, sondern das, was sie im Alltag bewegt." Die Demokratie sei dem Wesen nach eine Form der institutionalisierten Abwägung und sollte gerade auch in der Pandemie entsprechend gelebt werden.

"Bundeskanzlerin Angela Merkel will Kontakte reduzieren und deshalb vieles einschränken, was unser soziales Leben als Gesellschaft ausmacht. Das ist für das ganze Land ein enormer Stresstest", sagte Wissing zu den Corona-Beschränkungen im Teil-Lockdown. Gastronomie, Fitnessstudios, Kinos und Museen seien ein wichtiger Teil der Kultur und des gesellschaftlichen Miteinanders. Eingriffe in diesen Bereichen würden nur akzeptiert und mitgetragen, wenn sie gut erklärt würden und nachvollziehbar seien.

"Regeln aufzustellen, ohne sie zu erklären, ist in einer Demokratie kein angemessener Umgang mit mündigen Bürgerinnen und Bürgern", sagte Wissing, der auch stellvertretender Ministerpräsident sowie Wirtschafts- und Verkehrsminister in der Mainzer Ampel-Landesregierung ist. Gerade, wenn es um Eingriffe in die persönliche Freiheit gehe, stehe der Staat in einer ganz besonderen Erklärungspflicht./irs/DP/zb