Der Abwärtstrend bei den großen europäischen Banken setzt sich fort, die Handelswoche beginnt für den Bankensektor tiefrot. Was ist da los?

Der Finanzsektor im Euroraum steht unter enormen Druck. Ein panischer Abverkauf befeuert den Abwärtstrend zusätzlich. Zum Handelsbeginn am Montag fielen überproportional viele Finanztitel ins Bodenlose.

Es läuft nicht rund für die Deutsche Bank, die aktuell mit den Folgen des Ukraine-Kriegs zu kämpfen hat. Sanktionen, hohe Volatilität an den Märkten und große Ungewissheit im Russland-Geschäft. Die Aktie des Unternehmens büßte am Montag bis zu zehn Prozent an Wert ein. Unklar ist zunächst, wie es mit den Beschäftigten in Moskau und Sankt Petersburg weiter geht und welche neuen Sanktionen der Westen gegen Russland verhängt. Der Konzern beschäftigt dort rund 1.500 IT-Experten. Zieht sich auch die Deutsche Bank aus dem Land zurück, bringt das neue Probleme. Der Markt reagiert besorgt.

Auch die Aktie der Commerzbank findet keinen Boden. Seitdem Russland die Ukraine angegriffen hat, verlor das Papier etwa 30 Prozent an Wert. Stellen sich keine positiven Neuigkeiten ein, wird die Aktie wohl weiter fallen.

Ähnlich tragisch sieht es derzeit für die ING Group aus, die zudem noch herbe Verluste im Russland-Geschäft stemmen muss. Die Großbank habe in Russland 5,3 Milliarden Euro an Krediten vergeben. In Summe seien es ein Prozent aller Darlehen, teilte die ING mit. Betroffen sei vornehmlich das Wholesale-Banking, das Geschäft mit Unternehmen. Die internationalen Swift-Sanktionen würden den Geschäftszweig allerdings nicht direkt tangieren, gibt das Unternehmen an. Die ING-Aktie verliert wie die Konkurrenz, deutlich an Wert. Fast zehn Prozent ging es für die ING-Group nach unten.

Da der Westen weitere Sanktionen - vornehmlich im Energiesektor - diskutiert, ist ein Ende des Aktien-Crashs nicht absehbar. Als Folge sei eine Schwächung der Konjunktur, sogar eine Rezession möglich, meinen einige Marktteilnehmer. Erhoffte Leitzinserhöhungen sollten damit erst einmal vom Tisch sein und damit auch Ertragsquellen für Europas große Banken.

Maria Windisch, wallstreet:online Zentralredaktion


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