LONDON (dpa-AFX) - In Großbritannien haben Unternehmen dem Staat mehr als eine Milliarde Pfund zurückgezahlt, die sie wegen der Corona-Krise als Unterstützung für Kurzarbeitsmaßnahmen erhalten hatten. Die Firmen hätten das Geld entweder nicht benötigt oder zu Unrecht beantragt, teilte die Regierung in London am Montag mit.

Insgesamt seien bisher 504 Millionen Pfund (555 Mio Euro) freiwillig zurückgegeben worden, darunter sei auch Geld von Menschen, die Anspruch auf die Zuschüsse aus dem "Furlough"-Programm gehabt hätten. Seit Beginn der Corona-Krise haben nach Regierungsangaben mehr als eine Million Unternehmen insgesamt 43 Milliarden Pfund als Unterstützung für ihre Mitarbeiter beantragt. Das Programm soll noch bis März laufen.

Die Behörden rechnen damit, dass 5 bis 10 Prozent der Hilfen fälschlich ausgezahlt wurden, etwa weil Firmen zu Unrecht Geld beantragt haben. Lediglich bei bis zu 0,6 Prozent der Anträge handele es sich aber um Betrugsfälle. Bisher wurden Hilfsgelder in Höhe von 12 Millionen Pfund wegen Betrugsverdachts blockiert, etwa 5700 Untersuchungen liefen.

Zuletzt hatten mehrere große Supermarktketten in Großbritannien, darunter Aldi angekündigt, Unternehmenssteuern in Höhe von mehreren Hundert Millionen Pfund nachzahlen zu wollen. Die Steuern waren ihnen eigentlich wegen der Coronavirus-Pandemie für das laufende Finanzjahr erlassen worden./bvi/DP/men