WIESBADEN (dpa-AFX) - Die Zahl der Firmenpleiten ist im Juli weiter gesunken. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Mittwoch wurden 4,2 Prozent weniger Regelinsolvenzen beantragt als im Juni. Auch damals war bereits ein Rückgang registriert worden.

Endgültige Zahlen liegen erst für Mai 2022 vor. In dem Monat meldeten die deutschen Amtsgerichte 1242 beantragte Unternehmensinsolvenzen. Das waren 11,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger bezifferten die Gerichte auf knapp 2,2 Milliarden Euro. Im Mai 2021 hatten sie wegen einiger Großfälle rund 7 Milliarden Euro betragen.

Um eine Pleitewelle infolge der Pandemie abzuwenden, hatte der Staat die Pflicht zum Insolvenzantrag bei Eintritt von Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit zeitweise ausgesetzt. Seit dem 1. Mai 2021 gilt die Insolvenzantragspflicht wieder in vollem Umfang. Ausnahmen gab es noch bis 31. Januar 2022 für Betriebe, die im vergangenen Sommer Schäden durch Starkregen oder Überflutungen erlitten hatten. Im vergangenen Jahr hatte es so wenige Firmenpleiten wie noch nie seit Einführung der aktuellen Insolvenzordnung 1999 gegeben./ceb/DP/mis