Lange hatte sich Ford bei der Elektrifizierung seiner Modelle geziert. Doch nun investiert der US-Autobauer massiv in E-Autos. Fords Elektro-Pick-up F-150 Lightning kommt gut an. Die Aktie klettert auf ein 5-Jahres-Hoch.

Ford plant bis 2030 mehr als 30 Milliarden US-Dollar in die Entwicklung von Elektroautos und Akku-Technologie zu investieren. Bis Ende des Jahrzehnts sollen 40 Prozent der Fahrzeuge des US-Traditions-Autobauers batterieelektrisch sein, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Das kommt an der Börse gut an. Besonders Fords Elektro-Pick-up F-150 Lightning scheint Anleger zu überzeugen. Kein Wunder: In den USA zählen Pick-ups und SUVs zu den meistverkauften Neuwagen.

Die Ford-Aktie gewann innerhalb von sechs Monaten fast 70 Prozent hinzu und notiert derzeit auf einem Fünf-Jahres-Hoch:

Ford sei in Nordamerika bei E-Autos gut aufgestellt, meint Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer, Leiter des Center Automotive Research (CAR) in Duisburg. In den USA und Kanada setze Ford auf große „Elektroautos á la F -150, aber auch Fahrzeugen nach dem Stil Mustang Mach-E. Der Elektro-F-150 wird ein Knüller, denn der Pick-up erlaubt, Strom für Outdoor-Aktivitäten zu liefern... und das schätzen die Amerikaner,“ so Dudenhöffer.

Der Ford F-150 Lightning wird 2022 in den USA auf den Markt kommen. In der Basis-Version soll der batterieelektrische Pick-up eine Reichweite von 370 Kilometern und 426 PS haben. 150 Kilowatt (kW) soll die Schnellladeleistung betragen – in lediglich 44 Minuten soll der Akku auf 80 Prozent geladen werden können. Kosten soll der Ford F-150 vor Steuern und vor Bonusprogrammen lediglich 39.974 US-Dollar (circa 32.800 Euro).

Aber auch in Europa sei Ford „mit dem VW-Baukasten MEB sehr gut aufgestellt,“ so Dudenhöffer. Hier planen die Amerikaner bis 2023 eine elektrische Version des beliebten Kleinwagen Ford Fiesta auf den Markt zu bringen.

Für Dudenhöffer ist es deshalb „sehr gut verständlich, dass derzeit viele auf Ford wetten. Ich bin von der Wette überzeugt“, so der Autoexperte im Gespräch mit wallstreet:online.

Mit dieser Einschätzung ist Dudenhöffer nicht allein: Die Großbanken Barclays sowie JP Morgan Chase haben in diesem Jahr jeweils Kaufempfehlungen für die Ford-Aktie ausgesprochen. Barclays hatte das Kursziel für Ford Ende März von 9 auf 16 US-Dollar angehoben. JP Morgan Chase hatte bereits Anfang des Jahres Ford von "Neutral" auf "Overweight" hochgestuft und das Kursziel von 11 auf 14 US-Dollar angehoben.

Autor: Ferdinand Hammer, wallstreet:online Zentralredaktion

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