NANTERRE (dpa-AFX) - Frankreichs führender Autobahnbetreiber Vinci verschont die unter hohen Benzinpreisen ächzenden Pendler von der turnusmäßig anstehenden Mauterhöhung. Um die Kaufkraft zu schützen, bleiben die Mautpreise im Umkreis der 34 Großstädte im Vinci-Netz von der Erhöhung ab Februar größtenteils ausgenommen, teilte Vinci am Montag mit. Auf 80 Prozent der Strecken bis 30 Kilometer und zwei Dritteln der Strecken bis 50 Kilometer blieben die Tarife unverändert. Damit sollten die Kosten für tägliche Wege, insbesondere zwischen Wohn- und Arbeitsplatz, gedeckelt werden, hieß es. Auf den längeren Autobahnabschnitten - und diese betreffen auch Touristen aus Deutschland - steigt die Maut im Schnitt um zwei Prozent.

Im Anlauf zur Präsidentschaftswahl im Frankreich im April spielt die Kaufkraft eine wichtige Rolle. Angesichts kräftig gestiegener Benzinpreise stellte die Regierung Steuererleichterungen für Pendler in Aussicht. Die Entlastung beim Lohnsteuerjahresausgleich soll rückwirkend ab 2021 um zehn Prozent angehoben werden. Voraussichtlich steigt auch die Kilometerpauschale um zehn Prozent. Mit Milliardenaufwand deckelte die Regierung bereits die Strompreise. Das Autobahnnetz befindet sich in staatlichem Besitz, an den Betreiberfirmen ist der französische Staat aber nicht mehr beteiligt./evs/DP/jha