WASHINGTON (dpa-AFX) - Das Wahlkampfteam von Donald Trump hat Vorwürfe einer Amerikanerin zurückgewiesen, wonach der heutige US-Präsident sie 1997 gegen ihren Willen geküsst und begrapscht haben soll. Das frühere Model Amy Dorris äußerte ihre Vorwürfe in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview mit der britischen Zeitung "The Guardian". Die Rechtsberaterin von Trumps Wahlkampfteam, Jenna Ellis, erklärte auf Anfrage: "Die Anschuldigungen sind völlig falsch." Es handele sich um einen weiteren "erbärmlichen Versuch", Trump kurz vor der Wahl am 3. November anzugreifen.

Dorris' Angaben zufolge verbrachten sie und ihr damaliger Freund im September 1997 mehrere Tage mit Trump in New York. Dieser habe von Beginn an mit ihr geflirtet. Als sie zusammen das Tennisturnier US Open besuchten, soll Trump die damals 24-Jährige förmlich abgefangen haben, nachdem sie auf die Toilette gegangen war. "Er schob mir einfach seine Zunge in den Hals und ich stieß ihn weg", sagte Dorris. Doch Trumps Griff sei fester geworden und er habe sie "überall" berührt, sagte sie.

Die heute 48-Jährige erklärte, sie wolle nicht länger schweigen. Lange Zeit habe sie die Episode verdrängt. Nun wolle sie ein Vorbild für ihre Töchter sein, die bald 13 Jahre alt würden, und ihnen zeigen, dass sie nichts mit sich machen lassen dürften, was sie nicht wollten. "Ich habe nichts getan, das ihn ermutigt hätte, mich zu berühren." Dorris stellte dem "Guardian" Fotos zur Verfügung, die Trump und sie in unverfänglichen Posen und unter anderem mit ihrem damaligen Freund zeigen.

Das Wahlkampfteam des Präsidenten will rechtlich gegen die Veröffentlichung des "Guardians" vorgehen. Mehrere Frauen haben dem Republikaner sexuelle Übergriffe vorgeworfen - teilweise im Wahljahr 2016, als Trump Präsidentschaftskandidat war. Sie hatten unter anderem berichtet, dass Trump ihnen in der Vergangenheit Küsse aufgezwungen oder sie begrapscht habe. Die Autorin E. Jean Carroll wirft Trump vor, sie Mitte der 90er Jahre vergewaltigt zu haben. Andere Frauen berichteten von vergangenen Affären mit dem heutigen Präsidenten. Trump hat die Vorwürfe stets bestritten./lkl/DP/fba