Derzeit scheint es nicht an preistreibenden Faktoren am Ölmarkt zu mangeln. Von der Förderdisziplin der OPEC+ über die aktuellen US-Daten bis hin zu den überraschend positiv ausgefallenen chinesischen Konjunkturdaten reicht gegenwärtig die Bandbreite potentieller Katalysatoren für den Ölmarkt. Dass die USA nun ab Mai auch noch die Daumenschrauben gegen die iranische Ölindustrie weiter anziehen und das Ölembargo offenkundig weiter verschärfen will, passt da ebenso ins Bild und sorgte für frischen Wind am Ölmarkt. Insgesamt kreiert das Ganze eine Gemengelage, die für weiter anziehende Ölpreise sprechen sollte. Aus charttechnischer Sicht kamen die frischen Impulse zur richtigen Zeit, denn die Aufwärtsbewegung drohte, zu erlahmen.

Beginnen wir mit den aktuellen Daten zum US-Ölmarkt. Frische Daten (für die Woche zum 19.04.) gibt es bereits morgen (Mittwoch). Allerdings gilt es noch einmal die Daten aus der letzten Woche zu thematisieren, denn bei diesen gab es durchaus interessante Entwicklungen, die wiederum nun von den aktuellen Daten bestätigt werden müssen. Die EIA (Energy Information Administration) vermeldete für die Woche zum 12.04. einen Rückgang der US-Rohöllagerbestände um knapp 1,3 Mio. Barrel. Nach der Phase des Bestandsaufbaus wurden die Daten wohlwollend zur Kenntnis genommen. Doch bereits die morgen zu erwartenden Daten werden klären, ob es sich zuletzt womöglich um eine Eintagsfliege handelte oder ob doch mehr dahinter stecken könnte. Ähnliches gilt auch in Bezug auf die US-Rohölproduktion. Für die Woche zum 12.04. wies die  Energy Information Administration einen Rückgang der US-Ölproduktion auf 12,1 Mio. bpd aus; nach zuvor 12,2 Mio. bpd. Auch hier gilt es die Frage zu klären: War das nur ein Ausreißer?

Ebenfalls wohlwollend wurden die jüngsten Daten zum chinesischen BIP aufgenommen. Das Wachstum lag mit 6,4 Prozent leicht oberhalb der Erwartungen (+6,3 Prozent). Doch auch diese Daten schafften es nicht, Druck auf der Oberseite zu erzeugen. Dieser wurde erst durch die Ankündigung der USA  erzeugt, ab Anfang Mai keine Ausnahmen mehr vom Ölembargo gegen den Iran zu dulden. Bislang gewährten die USA einigen Staaten, die besonders vom iranischen Öl abhängen, diesbezüglich eine Ausnahme. Doch mit diesen Ausnahmenregelungen soll dann Schluss sein. Die Ölpreise reagierten bereits auf die Ankündigung aus Washington und schossen nach oben.

Brent C.O. hat Schwung aufgenommen und läuft seinen Widerstand bei 75,0 US-Dollar an. Dieses Bewegungsziel hatte sich bereits mit dem Ausbruch über die 70er Marke aus charttechnischer Sicht aktiviert und wird nun aufgrund der fundamentalen Gemengelage anvisiert. Oberhalb von 75,0 US-Dollar würde sich aus unserer Sicht weiteres Aufwärtspotential bis in den Bereich von 80,0 US-Dollar eröffnen.


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