Experten und Politiker warnen vor der wachsenden Bedrohung durch Cyber-Angriffe aus Russland als Antwort auf die Sanktionen. Analysten bleiben äußerst bullisch was die wirtschaftlichen Aussichten des Sektors betrifft.

Der Analyst Dan Ives von Wedbush Securities bekräftigte am 18. März seine bullische Haltung gegenüber dem Cybersecurity-Sektor. Es sei klar, dass die digitale Transformation durch die Cloud und raffinierte Angriffe krimineller Akteure ein goldenes Zeitalter für den Cybersecurity-Sektor einläute.

"Wir glauben, dass ein deutlicher Anstieg der Cyber-Bedrohungen in der Branche festgestellt wurde. Die Branche ist angesichts der laufenden russischen Cyber-Kriegsführung in Alarmbereitschaft", schrieb Ives in einer Notiz.

Und weiter: "Wir glauben, dass der Cybersecurity-Sektor und die gut positionierten Anbieter angesichts der sich abzeichnenden Cyberangriffe zusätzlichen Rückenwind erhalten und ein Schwerpunktsektor für Tech-Investoren auf diesem Niveau sein sollten", so Ives. "Da sich das Wachstum der Cybersecurity-Branche im Jahr 2022 wahrscheinlich auf eine mittlere 20 Prozent-Marke zubewegt und sich ab 2023 beschleunigen wird, sollten Cyber-Titel unserer Meinung nach im kommenden Jahr deutlich überdurchschnittlich abschneiden."

Das Analysehaus Marketsandmarkets erwartet bis ins Jahr 2026 einen knapp 60-prozentigen Anstieg der weltweiten Umsätze mit Cybersicherheit auf 345 Milliarden US-Dollar. Folgende Techwerte werden immer wieder im Zusammenhang mit Cyersecurity genannt und könnten für Anleger in den kommenden Monaten interessant sein.

Palo Alto Networks

Zscaler

CrowdStrike

Cloudfare

Tenable

Varonis Systems
Fortinet
Telos
Mandiant
Palantir
CyberArk

Sentinel One

Check Point

Splunk

 

Polen meldete bereits eine deutliche Zunahme von Cyberattacken auf Clearing- und Abrechnungssysteme. Auch die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen verstärken digitale Abwehrsysteme. Sie befürchten unter anderem Angriffe auf ihre Notenbanken.

Auch Deutschland könnte verstärkt ins Visier geraten. Berlin stimmte dem Ausschluss russischer Banken aus dem internationalen Zahlungsverkehr Swift zu und genehmigte Waffenlieferungen an die Ukraine.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnte bereits vergangenen Dienstag vor der Nutzung der Moskauer Antivirensoftware Kaspersky Lab. Unternehmen und Behörden mit hohem Sicherheitsstatus sowie Betreiber kritischer Infrastrukturen könnten "besonders gefährdet" sein.

Das Hacker-Kollektiv Anonymous hat Russlands Präsident Wladimir Putin schon am 24. Februar über Twitter den Cyberkrieg erklärt. Am vergangenen Montag wurde eine Attacke auf das russische Staatsfernsehen sowie einige russische Streaming-Anbieter gestartet. Bei der Offensive wurde das reguläre Programm unterbrochen und stattdessen Bilder aus dem Krieg in der Ukraine gezeigt. In Russland herrscht in Bezug auf den Krieg eine Medienzensur. Wer sich anders als auf Staatslinie über den Krieg informiert, riskiert eine Gefängnisstrafe von bis zu 15 Jahren.

Autorin: Gina Moesing, wallstreet:online Zentralredaktion


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