BERLIN (dpa-AFX) - Angesichts drohender Exportausfälle in Folge des Ukraine-Krieges setzen sich die sieben führenden Industrienationen (G7) für weiter offene Agrarmärkte vor allem bei Getreide ein. Es sei zu sehen, dass viele Länder Schwierigkeiten bekämen, sich mit Agrarrohstoffen zu versorgen, sagte Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir am Freitag nach einer Videokonferenz mit seinen Amtskollegen aus den G7-Staaten. Dies bedrohe in Teilen der Welt die Versorgung. "Umso wichtiger ist es, dass wir die Märkte weltweit offenhalten und nicht etwa durch Exportbeschränkungen behindern."

Außerdem sollten Hilfsorganisationen unterstützt werden, weiter Getreide kaufen und verteilen zu können, hieß es nach den Beratungen im Rahmen der deutschen G7-Präsidentschaft weiter. Özdemir betonte: "Die G7-Staaten erklären sich absolut solidarisch mit der Ukraine. Hilfe ist nun unsere oberste Maxime." Zu der Konferenz war neben internationalen Organisationen auch der ukrainische Agrarminister Roman Leschenko zugeschaltet. Der G7-Gruppe gehören Deutschland, Kanada, Frankreich, Italien, Japan, die USA und Großbritannien an.

In Folge von Russlands Krieg gegen die Ukraine sind Weltmarktpreise unter anderem für Weizen und Mais stark gestiegen. Beide Staaten sind wichtige Exporteure. Landwirte auch in Deutschland sind zudem besorgt wegen drastisch höherer Preise für Stickstoffdünger, bei dessen Produktion Erdgas benötigt wird./sam/DP/ngu