BIARRITZ (dpa-AFX) - US-Präsident Donald Trump ist nach eigenen Angaben nicht unter Druck von Verbündeten, den eskalierenden Handelskrieg mit China zu beenden. "Ich denke, dass sie den Handelskrieg respektieren", sagte er am Rande des G7-Gipfels in Biarritz auf eine entsprechende Frage von Reportern. "Die Antwort ist, niemand hat mir das gesagt." Bei einem Arbeitsfrühstück mit dem neuen britischen Premierminister Boris Johnson fügte Trump am Sonntag hinzu, die USA seien in "sehr ernsten Gesprächen" mit China.

Die Handelsstreitigkeiten der USA mit China und Europa und die dadurch belastete Weltwirtschaft stehen am Sonntag im Mittelpunkt der Beratungen des G7-Gipfels im südwestfranzösischen Badeort Biarritz. Während Trump seinen Handelskrieg mit China unmittelbar vor dem Gipfel noch einmal verschärft hat, drängen die anderen G7-Partner den US-Präsidenten, grundsätzlich von Strafzöllen abzusehen, um seine handelspolitischen Ziele zu erreichen.

Johnson sagte bei dem Treffen mit Trump, er gratuliere dazu, was die US-Wirtschaft erreicht habe. Insgesamt seien die Briten aber für "Handelsfrieden" und gegen Zölle. Trump sagte, er plane derzeit nicht, einen Notstand im Handelskrieg mit China auszurufen, habe aber das Recht dazu. Kurz vor dem G7-Gipfel hatte Trump US-Konzerne aufgefordert, sich aus China zurückzuziehen. Durch die Verhängung eines Notstands könnte er Geschäfte mit China erheblich erschweren.

Trump betonte, er gehe davon aus, dass China ein Handelsabkommen viel dringender wolle als die USA. Auf die Frage, ob er daran zweifele, dass es richtig war, den Handelskrieg zu eskalieren, antwortete Trump: "Ja, sicher, warum nicht. (...) Ich habe bei allem Zweifel." Unklar war, ob Trump die Antwort scherzhaft meinte. Der US-Präsident betonte, das Verhalten Chinas in Handelsfragen sei "unverschämt"./cy/lw/DP/fba