Die Aktie von Gazprom (WKN: 903276) hat derzeit eine ganze Reihe von Problemen. Das offensichtlichste, weil medial am meisten diskutierte, ist der Bau von Nord Stream 2. Sowohl die US-Sanktionen als auch der innenpolitische Widerstand gegen die EU-Pipeline beschäftigen Politik und Medien. Das hat eine ganz neue Brisanz in diese Thematik gebracht.

Allerdings sind das nicht alle Baustellen: Nein, auch die niedrigen Notierungen der Öl- und Erdgaspreise sind eine Belastung für den russischen Erdgaskonzern. Des Weiteren gibt es ganz druckfrisch Berichte über eine Milliardenstrafe, die die polnischen Wettbewerbshüter, möglicherweise nicht ganz uneigennützig, jetzt verhängt haben. Wie gesagt: An Baustellen mangelt es wahrlich nicht. Wobei Nord Stream 2 sogar eine echte und zugleich metaphorische Baustelle ist.

Glücklicherweise gibt es jedoch auch positive Themen, wobei unweigerlich China und die Türkei beziehungsweise diese Pipelines in den Fokus geraten. Auch jetzt konnte das Management von Gazprom mit neuen spannenden und zugleich mal wieder positiven Schlagzeilen aufwarten.

Wachstumsmarkt China im Fokus!

Wie unter anderem das Nachrichtenportal Sputniknews berichtet, erwägt das Gazprom-Management offenbar, die Handelsbeziehungen mit dem Reich der Mitte zu intensivieren. Dabei sei offenbar nicht bloß eine Pipeline in Richtung China geplant. Nein, möglicherweise sogar zwei, um den wachsenden Energiebedarf des Handelspartners besser decken zu können.

Konkret soll es sich dabei um eine Pipeline in Richtung Westchina handeln, die eine Jahreskapazität von insgesamt 30 Mrd. Kubikmeter besitzen soll. Eine weitere könnte außerdem die Mongolei ins Visier nehmen, wobei sich das transportierte Jahresvolumen dieses Projekts auf 50 Mrd. Kubikmeter belaufen soll. Die bisherige Pipeline Power of Siberia besitzt nach Angaben der Gazprom-Webseite eine Kapazität von 38 Mrd. Kubikmeter pro Jahr. Mit diesen beiden Projekten würde sich das Gesamtvolumen, das in Richtung China exportiert wird, möglicherweise sogar verdreifachen.

Generell zeigt sich China von seiner energiehungrigen Seite. In den letzten Wochen und Monaten hat es weitere Berichte gegeben, wonach das in Richtung Reich der Mitte exportierte Volumen bereits in diesem Jahr erhöht werden soll. Durch den Bau weiterer Pipelines könnten die Handelsbeziehungen gefestigt werden und sich ein neuer, lukrativer und weniger krisenbehafteter Wachstumsmarkt für Gazprom ergeben.

Die Bedeutung von China: Mithalten mit der EU?

Ein stärkerer Fokus auf China könnte für Gazprom möglicherweise wichtiger werden, als Foolishe Investoren es derzeit auf dem Schirm haben. Wenn wir diese in der Planung befindlichen Volumina in Relation zu anderen Projekten sehen, so ergeben sich potenziell gewaltige Wachstumsmöglichkeiten für den Erdgaskonzern. Zumindest aus Sicht des Absatzes.

Zum Vergleich: Die beiden Stränge von Nord Stream besitzen eigentlich eine jährliche Gesamtkapazität von 55 Mrd. Kubikmeter. Durch den Bau von Nord Stream 2 soll das Volumen zwar ausgeweitet werden. Trotzdem zeigt sich, dass das Reich der Mitte durch zwei weitere Großprojekte rein mengenmäßig mit der EU mithalten könnte.

Das wiederum verdeutlicht, dass Gazprom glücklicherweise mehr ist als der Bau von Nord Stream 2. Zwar bekommt das strategisch wichtige EU-Projekt derzeit viel Aufmerksamkeit. Allerdings existieren eben auch andere Baustellen. Möglicherweise schon bald zwei neue, die außerdem einen positiveren Beigeschmack haben könnten.

Gazprom & Nord Stream 2: Weiterhin prägend

Trotzdem sollten Foolishe Investoren nicht allzu bald mit einer Neubewertung der Aktie rechnen. Die Kapriolen um Nord Stream 2, die niedrigen Öl- und Erdgaspreise und weitere belastende Schlagzeilen setzen derzeit der Aktie zu. Es ist jedoch gut zu sehen, dass es zumindest einen Silberstreif am Horizont gibt. China könnte diesen durchaus verkörpern.

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Autor: Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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