Die Aktie von Gazprom (WKN: 903276) besitzt derzeit so manche Baustelle. Neben den schwächeren Öl- und Erdgaspreisen ist es insbesondere der Druck vonseiten der USA. Mithilfe von Sanktionen soll die Finalisierung von Nord Stream 2 noch verhindert werden. Dabei scheint der US-Politik inzwischen jedes Mittel recht.

Aber schweifen wir heute nicht in diese Richtung ab. Nein, denn im Kontext der Gazprom-Aktie gibt es in diesen Tagen schließlich auch etwas Positives! Das Management hat in diesen Tagen die Dividende zahlbar gemacht. Dabei gibt es einen erneut hohen Wert von 15,24 Euro je Aktie, die bei einem aktuellen Aktienkursniveau von 182,92 Russischen Rubeln (15.07.2020, maßgeblich für alle Kurse) einer Ausschüttungsrendite von 8,33 % entsprechen würden.

Auch wenn dieser Wert im Jahresvergleich sogar gekürzt worden ist, so ist das doch ein stattlicher Wert. Doch könnte sich die Gazprom-Aktie noch für all diejenigen anbieten, die jetzt nicht investiert gewesen sind? Eine spannende Frage, die uns im Folgenden etwas näher beschäftigen soll.

Nach Gazprom-Dividende: Das wartet nächstes Jahr!

Die spannende Frage ist jetzt natürlich, was man als Einkommensinvestor im nächsten Jahr erwarten kann. Glücklicherweise hat das Management des Erdgaskonzerns inzwischen einen ziemlich eindeutigen Fahrplan veröffentlicht. Entsprechend kann man sich als Investor zumindest grob ausmalen, was warten könnte.

Nachdem im letzten Jahr noch 25 % des Gewinns ausgezahlt worden sind, waren es jetzt 30 %. Im kommenden Jahr soll dieser Wert gemäß der Ausschüttungspolitik auf 40 % steigen, ehe die Aktie im übernächsten Jahr ihren finalen Zielwert von 50 % erreicht. Sprich: Im kommenden Jahr werden 40 % des Gewinns ausgeschüttet werden.

Gemessen am 2019er-Gewinn je Aktie in Höhe von 53,46 Russischen Rubeln hieße das, dass die Ausschüttungssumme auf 21,38 Russische Rubel steigen würde. Entsprechend könnten im nächsten Jahr über 10 % Dividendenrendite lauern. Aber wie wahrscheinlich ist es, dass ein operativ konstantes Jahr auf die Investoren warten wird?

Wird 2020 ähnlich stark? Das ist relevant nach der Dividende!

Die eigentliche Frage sollte daher, auch mit einem unternehmensorientierten Blickwinkel, heißen, wie Gazprom im laufenden Geschäftsjahr eigentlich performt. Mit Blick auf die aktuell niedrigen Öl- und Erdgaspreise kann einem dabei angst und bange werden. Wobei der russische Konzern glücklicherweise jedoch über größtenteils vertraglich fixe Preise verfügt. Das verspricht zumindest etwas Stabilität. Wobei die Menge aufgrund eines milden Winters in Europa ein Problem sein könnte.

Wie auch immer: Mit Blick auf das erste Quartal können wir jedenfalls feststellen, dass das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen um ca. 20 % rückläufig gewesen ist. Das wiederum könnte dafür sprechen, dass die Dividende bestenfalls konstant bleibt oder auch weiterhin auf Schrumpfkurs gehen wird. Insbesondere nach einem womöglich schwierigen zweiten Quartal mit sehr, sehr niedrigen Ölpreisen.

Mittel- bis langfristig soll die Dividendenpolitik jedoch aufrechterhalten werden. Das wiederum könnte der Fokus sein, der sich auszahlen wird: Nicht bloß Nord Stream 2 könnte schließlich finalisiert werden. Nein, auch in Richtung China und der Türkei werden lukrative Absatzquellen geschaffen, die womöglich ein Wachstum nach sich ziehen. Sowie langfristig eben auch steigende Dividenden.

Gazprom Aktiendividende: Kurzfristig flop, langfristig top?

Die Aktie von Gazprom könnte daher kurz- und mittelfristig durchaus mit wegbrechenden Ergebnissen zu kämpfen haben. Das wiederum könnte auch die Dividenden niedriger ausfallen lassen. Das aktuelle Jahr hat das bereits einmal gezeigt. Wobei auch hier feststeht: Die Dividende ist immer noch üppig.

Insbesondere langfristig sind die Aussichten jedoch robust bis solide. Mitsamt einer konsequent wachsenden Ausschüttungspolitik könnten über Jahre und Jahrzehnte starke Dividenden locken. Eine Perspektive, die Foolishen Investoren gefallen könnte. Wobei ein gewisses zyklisches Risiko durch die Öl- und Erdgaspreise niemals ausgeschlossen werden kann.

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Autor: Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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