Gazprom (WKN: 903276) und Nord Stream 2 beherrschen seit einigen Tagen und Wochen die Medienlandschaft. Zuletzt allerdings besonders intensiv. Der Grund ist schließlicht nicht bloß, dass die USA ihren generellen Unmut gegenüber dem EU-Projekt und der Pipeline erklärt haben. Nein, sondern auch erste Drohungen gegen konkrete Akteure aussprachen.

Im Fokus der ersten Meldungen liegt zunächst der Hafen Sassnitz mit seinen Partner-Häfen. Die Betreiber hätten demnach ein Schreiben erhalten, das von ernsthaften Konsequenzen und dem wirtschaftlichen Abschneiden des Hafens spricht. Bloß ein Säbelrasseln vonseiten der US-Senatoren? Wohl eher nicht.

Die Kritik an den USA wird jedenfalls lauter, die Bedrohungslage möglicherweise auch. Jetzt spricht anscheinend mit Uniper ein erster Beteiligter davon, dass der Bau von Nord Stream 2 möglicherweise nicht oder bloß verzögert fertiggestellt werden könne. Ein Scheitern sei möglich. Schauen wir im Folgenden daher einmal, was Investoren wissen sollten. Beziehungsweise, was man relativierend anführen kann.

Uniper: Scheitern möglich!

Wie gesagt: Im Endeffekt ist es jetzt Uniper gewesen, das auch gemäß medialer Berichte ein solches Risiko nicht mehr ausschließen kann. Uniper ist im Rahmen eines Kredites am Bau des insgesamt ca. 10 Mrd. Euro schweren Projektes Nord Stream 2 beteiligt. Die Summe, die der Versorger hier eingebracht hat, beläuft sich auf 950 Mio. Euro.

Im Rahmen seines Halbjahresberichts spricht das Management nun davon, dass nicht ausgeschlossen werden könne, dass der Bau wie geplant fertiggestellt werden könne. Geschweige denn überhaupt fertiggestellt wird. Das dürfte hohe Wellen schlagen. Beugt sich Uniper hier etwa dem Druck der US-Regierung?

Nein, zumindest für den Moment noch nicht: Uniper ist im Rahmen des Berichtswesens verpflichtet, über die Kreditstrukturen und die möglichen Risiken zum Thema Nord Stream 2 zu berichten. Dabei spricht das Unternehmen von einem Wertberichtigungsrisiko, das auf die US-Sanktionen zurückzuführen ist. Und, in der Tat, ausgeschlossen werden kann natürlich nicht, dass die Sanktionen nicht von Erfolg gekrönt sein werden.

Lass uns das richtig einordnen …

Investoren brauchen sich in Anbetracht dieser Meldungen aber keine größeren Sorgen zu machen. Die Aussagen, dass Nord Stream 2 scheitern könnte, heißt nicht, dass sich an der Ausgangslage etwas verändert hat. Oder bei Uniper. Oder sonstwo. Nein, es ist einfach nur eine Bestandsaufnahme bei den Halbjahreszahlen, was Chancen und Risiken im Bereich der Kredite angeht. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Es bleibt dabei, dass das Thema zwar hochkocht und womöglich ein Risiko hiervon ausgeht. Und das wird letztlich im Rahmen dieser Aussagen auch bloß bescheinigt. Aber nicht nur die USA, sondern auch die EU und Russland werden hier ein Wörtchen mitzusprechen haben. Oder, wahlweise, den Bau der Pipeline beeinflussen können.

Im Endeffekt ist die Ausgangslage daher weitgehend unverändert. Ein Scheitern kann natürlich im Bereich des Möglichen liegen. Zuletzt sind jedoch auch andere Optionen wie der anonyme Bau von Nord Stream 2 diskutiert worden. Bloß weil es ein Risiko gibt, heißt das noch nicht, dass der Bau faktisch gestoppt wird.

Nord Stream 2: Keine Veränderung!

Faktisch bleibt daher alles beim Alten: Die USA drohen weiter, die EU wehrt sich augenscheinlich. Der Bau von Nord Stream 2 bleibt eine Baustelle, die auch politisch gelöst werden muss. Die Einschätzung von Uniper ändert wenig an der derzeitigen Ausgangslage. Bloß dass jetzt konstatiert worden ist, dass es ein Risiko gibt. Das werden Investoren von Gazprom im Kontext von Nord Stream 2 allerdings auch vorher bereits gewusst haben.

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Autor: Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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