Es zeichnet sich immer klarer ab, dass Gazprom im Zuge des Krieges nachhaltig Kunden verlieren könnte. So sucht nun auch die EU verstärkt neue Wege, um möglichst schnell unabhängig von russischen Rohstoffen zu werden. Die Gazprom Aktie leidet unter den neusten Entscheidungen. Aber auch weil der dänische Energieversorger Ørsted keine Vertragsverlängerung vorsieht.

Ørsted will keine Vertragsverlängerung!

Der dänische Energieversorger Ørsted kommt aus seinem aktuellen Gasabnahmevertrag mit dem russischen Staatskonzern Gazprom nicht heraus, will ihn aber über das Enddatum 2030 hinaus nicht verlängern.

Ørsted verurteile Russlands Angriff auf die Ukraine und habe bereits mehrere Schritte ergriffen, um die Zusammenarbeit mit russischen Unternehmen zu stoppen, betonte das Unternehmen. Jeglicher mögliche Nettogewinn in Verbindung mit dem Gazprom-Vertrag soll an humanitäre Hilfe in der Ukraine fließen, sofern diesem Schritt auf der Hauptversammlung des Konzerns im April zugestimmt wird.

Ørsted hat sich auf die eigenen Fahnen geschrieben, grüne Energie zu liefern. Das im dänischen Fredericia ansässige Unternehmen ist vor allem bei der Offshore-Windenergie weltweiter Vorreiter. Gas zählt nach Konzernangaben nicht mehr zu Ørsteds Kerngeschäften.

Die Ørsted-Aktie!

Die Ørsted-Aktie legt an der Nasdaq Nordic zeitweise um 6,45 Prozent auf 831,80 Dänische Kronen zu. Aktuell liegt der Kurs bei 113,88 Euro.
Orsteds Aktie

Neue Pläne der Europäischen Union!

Die Kommission am Dienstag (15.30 Uhr) legte einen Plan vor, der den Ausbau von erneuerbaren Energien ankurbeln sowie dabei helfen soll, insbesondere von russischem Gas unabhängig zu werden.

Rund 40 Prozent des in die EU importierten Gases kommt über Pipelines aus Russland. Es wird nun befürchtet, dass die Preise noch steiler ansteigen oder, dass Gasimporte aus Russland ganz gestoppt werden könnten. Verschiedene Politiker und Organisationen haben bereits ein Einfuhrverbot für russisches Gas sowie Öl und Kohle gefordert, um Moskau weiter unter Druck zu setzen.

„Wir müssen uns aus der Abhängigkeit von Gas, Öl und Kohle aus Russland befreien“, so EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Die EU-Kommission hat mehrfach betont, dass die EU für den Rest dieses Winters auch im Fall eines Gas-Lieferstopps aus Russland auf der sicheren Seite stehe. Im kommenden Winter sähe die Situation aber anders aus. Um auch in Zukunft eine Energiekrise zu vermeiden, will die Behörde, dass die EU-Gasspeicher bis Oktober im Schnitt zu mindestens 80 Prozent gefüllt werden. Derzeit sind die europäischen Gasspeicher nach Kommissionsangaben zu weniger als 30 Prozent voll.

Gleichzeitig sucht die Kommission nach neuen Quellen für Gas, insbesondere für Flüssiggas (LNG), das mit Tankern übers Meer geliefert werden kann. Dafür laufen laut dem Entwurf etwa Gespräche mit den großen LNG-Käufern Japan, Südkorea, China und Indien, um Lieferungen nach Europa umzuleiten.

„Pakt für Erneuerbare Energien“ geplant

Darüber hinaus plane die EU-Kommission einen „Pakt für erneuerbare Energien“, um die Gasnutzung zu reduzieren und den Ausbau von Solarenergie, Wind- und Wasserkraft anzukurbeln. Auch Maßnahmen zur Energieeffizienz sollen laut dem Entwurf stärker gefördert werden. Bis 2030 sollten zudem jährlich rund 35 Milliarden Kubikmeter Biogas in der EU produziert werden.

Die Gazprom Aktie!

Die Gazprom Aktie liegt weiterhin bei 0,5815 USD!

Gazprom Aktie

/PG