Bei Gazprom (WKN: 903276) und Nord Stream 2 lief es zuletzt wieder etwas runder. Dadurch, dass viele politische Akteure in Deutschland, Österreich und Frankreich dem EU-Projekt den Rücken gestärkt haben, gibt es einen positiveren Newsflow. Von europäischer Seite könnte die Pipeline künftig mehr Rückenwind erhalten.

Trotzdem gibt es bei Nord Stream 2 weitere Probleme. Der Bau ist es nicht, der augenscheinlich weiterhin Fortschritte macht. Allerdings sind es die US-Sanktionen, die zuletzt ebenfalls für Schlagzeilen gesorgt haben. Teilweise aber auch für positive, denn es gibt überraschend eine sehr, sehr diplomatische Tendenz.

Jetzt zeichnet sich jedoch ab, dass es einen „geheimen“ Deal geben könnte. Hier ist, was Foolishe Investoren zu diesen Schlagzeilen wissen sollten.

Nord Stream 2: Geheimer Deal?

Wie mehrere Medien, unter anderem der Nachrichtendienst AFP, berichten, könnte es eine postalische Unterredung zwischen Vizekanzler Scholz an einen US-Kollegen gegeben haben. AFP beruft sich dabei auf die Deutsche Umwelthilfe, die augenscheinlich aus eigenen Interessen des Umweltschutzes ein geheimes Schriftstück des Vizekanzlers an einen Amtskollegen veröffentlicht hat.

In diesem Brief soll es ein für die Deutsche Umwelthilfe unmoralisches, fast schon sträfliches Angebot gegeben haben. Demnach sei Scholz bereit, den Import von Fracking-Gas aus den USA mit Investitionen von einer Milliarde Euro zu fördern. Die Gelder sollen demnach in Infrastruktur investiert werden, die den Import erleichtern würden. Im Gegenzug sollen die USA auf Sanktionen gegen Nord Stream 2 verzichten, so sinngemäß der Tenor des Ganzen.

Das hat teilweise zu harscher Kritik geführt. Von einem schmutzigen Deal ist die Rede. Scholz hingegen sei, hm, zusammengefasst wohl in der Kritik ein wenig scheinheilig. Der Klimaschutz der Regierung und der Import von Fracking-Gas und auch Nord Stream 2 insgesamt könnten kaum mit diesen Zielen vereinbart werden. Das ist natürlich ebenfalls ein streitbarer Tenor. Aber ist dieses Angebot wirklich so neu?

Kaum neue Erkenntnisse

Wenn du mich fragst, ist dieser scheinbar geheime Deal alles andere als neu. Auch Bundeswirtschaftsminister Altmaier hat eine diplomatische Lösung bislang präferiert. Im gesamten Diskurs ist bereits das eine oder andere Mal eingebracht worden, dass möglicherweise mit Subventionen und Investitionen in Andockstellen für das Fracking-Gas ein Abkommen erreicht werden könnte. Dieses „geheime“ Schreiben fast daher eigentlich bloß einen Tenor der aktuellen Diskussion zusammen.

Zudem sollten wir uns einer Sache klar sein: Weder Deutschland noch die EU, noch irgendwelche Umweltschützer können alleine von Luft, Liebe und vielleicht nachhaltigen Energiequellen Energiesicherheit herstellen. Das bedeutet, dass wir uns für den Moment noch mit Alternativen befassen müssen. Erdgas scheint mir zumindest besser als Atomenergie oder auch Kohlekraft. Aber irgendwo muss Energie herkommen.

Die Veröffentlichung dieses Schreibens erscheint mir daher als Aufbauen von Druck beim Thema Nord Stream 2, obwohl einige Sachverhalte bereits hinlänglich bekannt gewesen sind. Foolishe Investoren können das getrost ausblenden.

Nord Stream 2: Achte auf die Big Points!

Auch künftig geht es daher für mich bei Nord Stream 2 darum, auf die Big Points zu achten: Welche Fortschritte macht der Bau und was gibt es Neues bei den US-Sanktionen? Das sind die zwei prägenden Themen. Der Rest, und dazu zähle ich auch einfach mal die Veröffentlichung dieses Schreibens, kann ausgeblendet werden.

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Autor: Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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