Gazprom (WKN: 903276) und Nord Stream 2 sind perspektivisch weiterhin mit einem Problem konfrontiert: Zwar geht der Bau der EU-Pipeline derzeit weiter. Im Januar könnten zudem weitere Abschnitte des Projektes finalisiert werden. Allerdings zielen die US-Sanktionen inzwischen vornehmlich auf die Inbetriebnahme der Pipeline ab.

Dazu müssen noch Lösungen gefunden werden. Sowohl im Interesse von Gazprom als auch von Russland, sowie von Deutschlands Energiesicherheit. Bemerkenswerterweise ist das formal gesehen genau das Ziel, das die USA mit ihren Gesetzen verfolgen. Aber das ist ein anderes Thema.

Jetzt wird jedenfalls eine Möglichkeit diskutiert, wie Gazprom und Nord Stream 2 auch ohne wirkungsvolle US-Sanktionen ihr Projekt beenden könnten. Schauen wir im Folgenden daher einmal, was Foolishe Investoren wissen müssen.

Nord Stream 2: Eine Stiftung als Option

Wie jetzt mehrere Medien, unter anderem der NDR, berichtet haben, scheint sich ein Königsweg anzubahnen, um den US-Sanktionen entgegenzuwirken. Mithilfe der Gründung einer Stiftung könnte der Zorn aus den USA umgeleitet werden. Zumindest in einer ersten Theorie.

So möchte insbesondere die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern einen solchen Weg gehen. Der Landtag beschäftigt sich demnach wohl intensiver mit dem Thema, wie ein Sprecher inzwischen bestätigt hat. Damit könnten die Sanktionen, die eigentlich auf Firmen abzielen, quasi umgangen werden.

Dadurch könnte das Gremium an beteiligten Unternehmen, unter anderem aus dem deutschen Raum auch BASF, das mit Wintershall beteiligt ist, von den US-Sanktionen geschützt werden. Pläne dazu hat es bereits früher gegeben, die jedoch verworfen worden sind. Jetzt könnte dieser Weg eine Renaissance erleben. Allerdings sind die Details, wie die finanziellen Rahmenbedingungen einer solchen Stiftung, offenbar noch nicht geklärt.

Was sich hier zeigt

Auch mit dieser Meldung deutet sich jedenfalls immer mehr an: Gazproms Projekt Nord Stream 2 ist in weiten Teilen der Wille auch der hiesigen Politik. Sowohl Bundes- als auch einzelne Landesregierungen arbeiten mit Hochdruck und Akribie daran, dieses Projekt Wirklichkeit werden zu lassen. Mithilfe einer Stiftung könnten zumindest die beteiligten Unternehmen aus dem Rampenlicht der Sanktionen gezogen werden.

Was jedoch bleibt, ist die Frage nach der Inbetriebnahme. Die Versicherung und die Zertifizierung von Nord Stream 2 schienen zuletzt Probleme und Baustellen zu sein. Ob eine Stiftung hier eine Option ist? Oder eine Lösung? Das glaube ich für den Moment zumindest nicht.

Trotzdem wird Nord Stream 2, die Fertigstellung und die Inbetriebnahme auch durch dieses kleinere Mosaikteilchen konsequent wahrscheinlicher. Entsprechend können wir das als tolle Nachrichten für das Projekt werten.

Nord Stream 2: Es geht voran!

Oder, wenn wir es anders formulieren: Nord Stream 2 wird in diesen Tagen immer wahrscheinlicher. Der Bau geht voran und es findet ein lösungsorientierter Ansatz statt, um die US-Sanktionen zu umgehen. Ob diese Schritte reichen? Das ist noch zu früh. Allerdings ist der Wille zur Fertigstellung und zur Inbetriebnahme da. Ein wichtiger Teilaspekt, der diesem Thema neues Leben einhaucht.

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Vincent besitzt Aktien von BASF. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2021

Autor: Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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