FRANKFURT (dpa-AFX) - Claus Weselsky, der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), soll als Chef weiter machen: Der Hauptvorstand habe den 61-Jährigen Anfang Februar dazu aufgefordert, bei der Generalversammlung im Sommer kommenden Jahres erneut für den Posten zu kandidieren, teilte die GDL am Mittwoch mit. Zugleich soll der geschäftsführende Vorstand, dem Weselsky vorsitzt, um einen Stellvertreter auf vier Mitglieder erweitert werden. "Auf einem vierköpfigen geschäftsführenden Vorstand können die Lasten besser verteilt werden", teilte Weselsky mit. "Ich freue mich, dass ich die Chance bekomme, bei diesem Prozess weiter gestaltend mitzuwirken."

Weselsky führt die GDL seit 2008. Derzeit befindet er sich vor allem mit der konkurrierenden Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) bei der Deutschen Bahn auf Konfrontatioskurs. Weselsky will der größeren EVG Mitglieder abjagen. Die EVG hatte im September einen Tarifvertrag mit der Bahn abgeschlossen, der eine Einkommenserhöhung um 1,5 Prozent Anfang 2022 sowie eine Beschäftigungsgarantie vorsieht. Die GDL hatte sich an den Gesprächen nicht beteiligt.

Nun stehen in den kommenden Wochen die eigenen Tarifverhandlungen mit dem bundeseigenen Konzern an. Die GDL fordert 4,8 Prozent mehr Lohn und eine Einmalzahlung als Corona-Hilfe in Höhe von 1300 Euro für die Beschäftigten. Weselsky hat bereits Streiks ins Spiel gebracht. Die Friedenspflicht läuft Ende Februar aus./maa/DP/stw