BAUNATAL/BERLIN (dpa-AFX) - Ganze Bäume werden an den Hubschrauber gehängt und abtransportiert: Die Deutsche Bahn lässt derzeit wieder die Wälder an den Gleisen durchforsten, um Sturmschäden vorzubeugen. Auch in schwierigem Gelände werden kranke oder abgestorbene Bäume ganz oder teilweise abgesägt, damit sie nicht bei starkem Wind auf Oberleitungen und Gleise stürzen. Am Freitag war ein Team mit einem Schwerlast-Helikopter an einem unwegsamen Hang in der Nähe des nordhessischen Baunatals an der ICE-Strecke Fulda-Kassel im Einsatz, zuvor im osthessischen Bad Salzschlirf, davor in Bremen.

Im vergangenen Winter war es Sturmtief "Sabine", das die Bahn vorübergehend stoppte. Vorsorglich wurde der Fernverkehr eingestellt und auch regional ging vielerorts nicht mehr. Anfang 2018 zog Orkan "Friederike" über Deutschland, tausende Bahnreisende saßen wegen blockierter Gleise fest. Im selben Jahr sagte ein Gutachten zu den Auswirkungen des Klimawandels der Bahn eine Zunahme von Stürmen, Starkregen und langen, heißen Sommern und damit potenziellen Gefahren für das insgesamt 34 000 Kilometer lange Streckennetz vorher - denn ein Großteil davon führt durch Gebiete, in denen Bäume stehen.

Als Konsequenz überarbeitete das Unternehmen sein "Vegetationsmanagement". Schon zuvor durfte sechs Meter links und rechts der Gleismitte nichts wachsen. Seit 2018 werden zudem Bäume im dahinter liegenden Bereich beschnitten oder ganz entfernt, wenn sie "bei extremem Wetter durch Standort, Zustand oder Form eine potenzielle Störungsquelle für den Bahnverkehr darstellen könnten"./isa/DP/zb