PRAG (dpa-AFX) - Ein Gericht hat die allgemeine Maskenpflicht in Tschechien in allen Innenräumen und im Freien für unzureichend begründet erklärt. Der Gesetzgeber erhalte bis zum 21. November Zeit, die Verordnung nachzubessern, teilte eine Sprecherin des Stadtgerichts in Prag am Freitag mit. Andernfalls werde die Regelung nichtig.

Man wolle die Gefahren des Coronavirus keinesfalls verharmlosen, betonten die Richter. Im Text der Verordnung fehlten indes "konkrete, verständliche und mit Fakten untermauerte Überlegungen", welchen Nutzen die Verschärfung bringe. Die Maskenpflicht im Freien innerhalb bebauter Ortschaften und in allen Innenräumen war am 21. Oktober in Kraft getreten.

Derweil verzeichneten die tschechischen Behörden neue 7874 Corona-Fälle innerhalb von 24 Stunden. Seit Beginn der Pandemie starben 5755 Menschen in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung. Tschechien liegt laut der EU-Gesundheitsagentur ECDC mit statistisch gesehen 1331,4 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner innerhalb von 14 Tagen EU-weit an der Spitze. Das Land hat knapp 10,7 Millionen Einwohner./hei/DP/jha