Im nachbörslichen Handel stürzte die Novavax-Aktie gestern um ein Drittel ab. Schuld daran waren die schlechten Quartalsergebnisse. Für Anleger jetzt eine Chance zum Einstieg oder bloß der Griff ins fallende Messer?

Zuletzt wurde es ruhig um die Impfstoffhersteller, die ihren Anlegern über die vergangenen zwei Jahre massive Gewinne beschert haben. Jetzt erregt das US-amerikanische Impfstoffunternehmen Novavax wieder Aufmerksamkeit – und zwar keine positive. Seitdem der Corona-Impfstoff-Entwickler Novavax am Dienstag seine Zahlen für das vergangene zweite Quartal bekanntgegeben hatte, befindet sich die Aktie im freien Fall.

Unterm Strich verloren die Titel bislang mehr als 30 Prozent an Wert. Der Grund: Beim Umsatz verfehlten die US-Amerikaner die Erwartungen der Analysten deutlich. Diese hatten für das zweite Quartal Umsätze in Höhe von 1,02 Milliarden US-Dollar vorhergesagt. Novavax verbuchte hingegen lediglich Umsätze in Höhe von 185,9 Millionen US-Dollar – mehr als 800 Millionen US-Dollar weniger als erwartet.

Folglich streicht Novavax seine Umsatzprognose für das ganze Jahr zusammen: Der Impfstoff-Entwickler peilt nun Erlöse zwischen zwei und 2,3 Milliarden US-Dollar anstatt der anvisierten vier bis fünf Milliarden US-Dollar. Es ist sogar möglich, dass Novavax für das Gesamtjahr 2022, wie schon im Jahr zuvor erneut einen Jahresverlust ausweisen wird.

Präsident und CEO von Novavax Stanley Erck lässt sich von den schlechten Zahlen nicht irritieren. "Wir sind mit unseren Fortschritten seit Beginn des zweiten Quartals zufrieden, zu denen vor allem die Lieferung unseres Impfstoffs an den US-Markt mit laufenden Impfungen gehörte", kommentierte der Novavax-Chef die Ergebnisse am Dienstag.

Ob dieser Optimismus angebracht ist, zweifelt zumindest ein Forschungsteam der Uni Saarland an. In einer jüngsten Studie stellten sie fest, dass der Novavax-Impfstoff deutlich schlechter immunisiert als die mRNA-Impfstoffe von Moderna und Biontech. Noch liegen die durchschnittlichen Analystenempfehlungen für Novavax bei "Kaufen". Ohne Risiko wäre das allerdings nicht. Schließlich könnten Investoren bei der Aktie ins fallende Messer fassen, befürchten einige Finanzexperten.

Autorin: (mp) für die wallstreet:online Zentralredaktion


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