BERLIN (dpa-AFX) - Nach der jüngsten Pisa-Vergleichsstudie hat die Bildungsgewerkschaft GEW Anstrengungen für mehr Chancengleichheit im deutschen Schulsystem gefordert. "Die große Abhängigkeit des Bildungserfolges von der sozialen Herkunft der Schülerinnen und Schüler bleibt die Achillesferse des deutschen Schulsystems", sagte Ilka Hoffmann, GEW-Vorstandsmitglied für den Bereich Schule, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Mittwoch).

"Auch fast 20 Jahre nach dem Pisa-Schock schafft es Schule nicht entscheidend, Nachteile abzubauen, die Kinder aus dem Elternhaus mitbringen", führte sie aus. "Im Gegenteil: Der Lehrkräftemangel verstärkt das Problem." Die Schere gehe weiter auf. Aus Sicht der Gewerkschaft braucht Deutschland "einen Schulterschluss von Bund, Ländern und Kommunen, um länderübergreifende Anstrengungen für mehr Chancengleichheit zu stemmen".

Die deutschen Schüler haben sich im internationalen Leistungsvergleich Pisa leicht verschlechtert. Sowohl im Lesen als auch in Mathematik und Naturwissenschaften erzielten sie etwas weniger Punkte als bei der vorherigen Pisa-Studie, die 2016 veröffentlicht wurde. Die Autoren kritisierten bei der Vorlage der Ergebnisse am Dienstag ein altbekanntes Problem: Der Schulerfolg hänge in der Bundesrepublik weiterhin stärker von der sozialen Herkunft der Schülerinnen und Schüler ab als im Durchschnitt der OECD-Länder./sku/DP/jha