BERLIN (dpa-AFX) - Bei der Deutschen Bahn gibt es aus Sicht der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft zu viele Führungsebenen. "Was die Hierarchien angeht, da kann man sicherlich vieles abbauen", sagte der Vize-Vorsitzende Martin Burkert am Mittwoch dem SWR. "Ich bin auch der Meinung, dass Führungskräfte ganz oben mit den Arbeitern ganz unten wieder reden müssen." Die Lehmschicht in der Führung müsse langsam aufweichen.

Burkert gehört dem Konzern-Aufsichtsrat an, der an diesem Mittwoch tagt. Die EVG will sich dort angesichts der Milliardenverluste in der Corona-Krise für eine Neujustierung der Konzernstrategie stark machen. "Man spricht oft von einem großen Tanker, der lange braucht, bis er sich in neue Richtungen bewegt", sagte Burkert. "Das geschieht gerade."

Nach seiner Einschätzung wird die Krise die Bahn bis weit ins Jahr 2021 belasten. "Es sind teilweise Geisterfahrten", sagte er zur momentanen Auslastung der Züge. Für nächstes Jahr forderte er einen "Rettungsschirm" für den Regionalverkehr, in dem auch viele Bahn-Konkurrenten unterwegs sind. "Die Züge fahren, auch in Hotspot-Gebieten, teilweise ohne Menschen im Nahverkehr. Von daher braucht es dort Unterstützung."/bf/DP/stk