BERLIN (dpa-AFX) - Die Sparkassen in Deutschland haben im zweiten Corona-Jahr mehr Kundengeschäft gemacht und trotz des Zinstiefs mehr verdient als 2020. Im Ergebnis sei das Geschäftsjahr 2021 für die Sparkassen deutlich besser verlaufen, als dies angesichts der Rahmenbedingungen zu erwarten gewesen wäre. "Auch besser als unsere eigenen Prognosen", sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Helmut Schleweis, am Mittwoch. Es werde aber noch einige schwierige Jahre geben. Insbesondere die indirekten Folgen des Ukraine-Krieges würden zu deutlichen Belastungen führen.

Im vergangenen Jahr kamen die inzwischen 367 (Vorjahr: 376) Sparkassen den vorläufigen Zahlen zufolge zusammen auf einen Jahresüberschuss von 1,8 Milliarden Euro. Das waren 366 Millionen Euro mehr als 2020. Die öffentlich-rechtlichen Institute profitierten von einer um rund 91 Prozent auf 122 Millionen Euro gesunkenen Risikovorsorge für ausfallgefährdete Kredite sowie von gestiegenen Provisionsüberschüssen.

Erstmals stiegen die Provisionsüberschüsse den Angaben zufolge stärker als sich das Zinsergebnis verringerte. Einem Minus von 314 Millionen Euro beim Zinsergebnis standen Provisionserlöse von 560 Millionen Euro gegenüber.

Die Sparkassen verbuchten einen Einlagenzuwachs von 48,4 Milliarden Euro - ein Plus von 4,5 Prozent. Dabei sei es den Instituten gelungen, ihre Kundinnen und Kunden stärker vom Wertpapiergeschäft zu überzeugen, berichtete Schleweis. "Der Nettoabsatz war mit 29,5 Milliarden Euro der höchste in der Sparkassenhistorie." Der Verband geht davon aus, dass die Turbulenzen auf den Kapitalmärkten infolge des Ukraine-Krieges im Laufe des Jahres nachlassen./mar/DP/eas