Fresenius (WKN: 578560) hat die Zahlen zum ersten Halbjahr veröffentlicht. Diese geben spannende Einblicke in die Entwicklung des Geschäfts während der Coronakrise. Daher schauen wir uns die Zahlen einmal genauer an, um zu bewerten, was sie für die Fresenius-Aktie bedeuten könnten.

Die Halbjahreszahlen von Fresenius

Trotz der Coronakrise konnte Fresenius den Umsatz im zweiten Quartal um 2 % steigern. Nicht so gut lief es dagegen beim Gewinn. Dieser fiel im Vergleich zum Vorjahr um 13 %. Die Ursache waren erhöhte Kosten aufgrund der Coronakrise. Bei Fresenius Kabi kommen diese Kosten in erster Linie durch gesteigerte Ausgaben für Material, Logistik, Lager und den Schutz der Angestellten zustande.

Fresenius Helios hat dagegen mit einer niedrigeren Auslastung der Kliniken zu kämpfen. Auf der einen Seite gehen die Menschen nur noch in ein Krankenhaus, wenn sie es wirklich müssen. Auf der anderen Seite sind die Klinikkapazitäten aufgrund der Hygienemaßnahmen verkleinert worden. Es muss mehr Abstand eingehalten werden und dadurch können nicht so viele Betten belegt werden wie im Normalbetrieb. In den schlimmsten Zeiten lag die Auslastung rund 25 % unter dem Vorjahr. Mittlerweile ist jedoch ein positiver Trend zu erkennen und die Auslastung liegt nur noch rund 10 % unter dem Vorjahreswert.

Die besten Zahlen präsentierte Fresenius Medical Care (WKN: 578580). Der auf Nierenerkrankungen spezialisierte Bereich konnte das operative Ergebnis um 26 % steigern. Fresenius begründet dieses massive Wachstum mit der Aufholung von mit der Coronakrise verbundenen negativen Auswirkungen des ersten Quartals. Zudem ist die tolle Marge von 14,4 % (+2,4 % im Jahresvergleich) das Ergebnis von Maßnahmen zur Kostenoptimierung.

Wie geht es langfristig weiter?

Auch wenn der Gewinn bei Fresenius deutlich eingebrochen ist, so hat der Konzern trotzdem noch über 400 Mio. Euro im zweiten Quartal verdient. Das zeigt einmal mehr die enorme Stärke des Geschäftsmodells. Fresenius generiert kontinuierlich Gewinne, man verfügt über eine Liquiditätsreserve von über 5,7 Mrd. Euro und die Einnahmen diversifizieren sich über viele verschiedene Bereiche der Gesundheitsbranche. Daher ist Fresenius aus meiner Sicht weiterhin sehr gut aufgestellt für die kommenden Jahre.

Der kurzfristige Gewinneinbruch aufgrund der Corona-Krise ist wohl nur eine vorübergehende Erscheinung. Am Umsatz erkennt man, dass Fresenius im ersten Halbjahr trotz der Krise weiter gewachsen ist. Dass der Gewinn aufgrund von Sondereffekten einmalig einbricht, ist daher für einen langfristigen Investor relativ unwichtig. Sobald die Krise überstanden ist, werden die Sonderkosten wegfallen und die Gewinne schlagartig wieder steigen. Problematisch wäre es nur, wenn Fresenius Verluste einfahren würde. Dann wäre die Frage, wie lange der Konzern die Krise überleben kann, ohne Liquiditätsprobleme zu bekommen. Da Fresenius jedoch trotz Krise noch Gewinne erwirtschaftet, kann die Fresenius-Aktie auch eine zweite Welle ohne Probleme überstehen.

Ist die Fresenius-Aktie jetzt ein Schnäppchen?

Aktuell wird die Fresenius-Aktie mit einem KGV von 13,7 (Stand aller Zahlen: 30.07.2020) bewertet. Damit ist sie im historischen Vergleich sehr günstig. Dies liegt wohl in erster Linie an den recht schwachen letzten Jahren. Zum einen gab es große Probleme bei der Übernahme von Akorn und zum anderen konnte man das Wachstumstempo früherer Jahre nicht mehr halten.

Meiner Meinung nach ist die Fresenius-Aktie trotz der niedrigeren Wachstumsraten aktuell ein Schnäppchen. Man findet kaum Unternehmen mit einem so sicheren Geschäftsmodell. Die Kombination aus einer sehr krisensicheren Branche und dann noch einer zusätzlichen Diversifikation innerhalb dieser Branche ist sehr selten. Diese Sicherheit zeichnet aus meiner Sicht ebenfalls ein gutes Unternehmen aus. Ein gutes Beispiel ist in diesem Zusammenhang auch Nestlé (WKN: A0Q4DC). Auch Nestlé steht vor allem für Sicherheit in Krisenzeiten und nicht für dynamisches Wachstum. Trotzdem wird die Nestlé-Aktie mit einem KGV von 23,6 bewertet. Vor diesem Hintergrund erachte ich persönlich aktuell die Fresenius-Aktie als recht günstig.

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Robin Gey besitzt Aktien von Fresenius. The Motley Fool empfiehlt Fresenius und Nestlé.

Motley Fool Deutschland 2020

Autor: Robin Gey, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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