Das Warten hat ein Ende. Tesla eröffnet in Brandenburg die größte Elektroauto-Fabrik Deutschlands. Elon Musk drückt aufs Tempo und erhöht den Druck auf die heimische Konkurrenz um Volkswagen und Co.

"GIGA Berlin" - mit diesem kurzen Tweet lüftete Musk im November 2019 das Geheimnis, wo denn Tesla seine erste europäische Autofabrik bauen werde. Knapp zweieinhalb Jahre später werden am Dienstag in Grünheide die ersten 30 Fahrzeuge des Models Y an die Kunden ausgeliefert - ein Rekord für deutsche Verhältnisse. Von den langwierigen Genehmigungsprozessen ließen sich die Amerikaner nicht aufhalten.

Umweltschützer kritisieren das Projekt vor allem wegen des Wasserverbrauchs der Fabrik, die in einem Wasserschutzgebiet steht. Auch zur Eröffnung gab es Proteste. Erst vor zwei Wochen hatte Tesla die endgültige Genehmigung erhalten. Zu diesem Zeitpunkt war die Riesenfabrik schon längst im Probebetrieb.

Auch die Politik dürfte sich am Dienstag auf die Schulter klopfen, dass der Elektroauto-Pionier sich in Ostdeutschland ansiedelt. Bundeskanzler Scholz sagte zur Eröffnung in Grünheide: "Der Osten ist industriell vorne mit dabei". Vermutlich mit dem Chaos-Flughafen BER im Hinterkopf stellte Scholz außerdem fest: "Deutschland kann schnell sein." Teslas Fabrik liegt nicht weit von dem Hauptstadtflughafen entfernt, der 2020 mit neun Jahren Verspätung eröffnet wurde.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck äußerte die Hoffnung, dass der Bau der Giga-Factory zum Vorbild für Deutschland werden könne. "Diese kurze Zeit des Fabrikbaus kann natürlich ein bisschen auch eine Maßgabe sein für Tesla-Tempo auch in anderen Bereichen", sagte der Grünen-Politiker.

Elon Musk bedankte sich zur Eröffnung mit einem kurzen Tweet: "Danke Deutschland!!" schrieb er.

12.000 Mitarbeiter sollen in Grünheide künftig bis zu 500.000 Fahrzeuge produzieren. Eine Batteriefabrik auf dem Gelände ist derzeit noch im Bau.

Autor: Julian Schick, wallstreet:online Zentralredaktion


Jetzt den vollständigen Artikel lesen