Inflationsängste gelten schon immer als Goldpreistreiber. Mit einer Inflationsrate von 6,8 Prozent stiegen die US-Verbraucherpreise im November auf den höchsten Wert seit Juni 1982. Kommt jetzt das große Gold-Comeback?

Einem Rohstoffanalysten der Fondsgesellschaft Fat Prophets zufolge könnte der Goldpreis in diesem Jahr einen neuen Höchststand von 2.100 US-Dollar pro Unze erreichen, wie CNBC berichtet. Das wäre ein Aufschlag von 15,5 Prozent gegenüber dem aktuellen Goldpreis.

Die Schwäche des US-Dollars und die Inflation sind einige Faktoren, die den Preis des Edelmetalls wahrscheinlich in die Höhe treiben werden, sagte David Lennox am Montag in der CNBC-Sendung "Street Signs Asia".

Lennox sieht auch die akute Gefahr für eine Abwertung des US-Dollars. Wenn der US-Dollar schwächer wird, wäre das ein 'Segen' für Gold, fügte er hinzu.

Auch die geopolitischen Spannungen zwischen den großen Militärmächten könnten den Goldpreis früher als erwartet in die Höhe treiben, so Lennox.

Insbesondere Russlands militärische Präsenz an der Grenze zur Ukraine habe sich verstärkt, und das sei ein Brennpunkt, an dem es schnell zu einer Katastrophe kommen könne, so der Analyst. "Sollte das passieren, würde der Goldpreis deutlich reagieren und unser Ziel von 2.100 US-Dollar pro Unze würde wahrscheinlich eher früher als später erreicht werden", fügte er hinzu.

JPMorgan ist bärisch

Die Rohstoffanalysten von JPMorgan Global Research glauben dagegen nicht, dass der Goldmarkt der geplanten Straffung der Geldpolitik durch die Fed im Jahr 2022 standhalten kann. Die Bank sieht den Goldpreis bis Ende des Jahres auf Vorkrisen-Niveau fallen: "Eine Abkehr von der ultra-akkommodierenden Politik der Zentralbanken wird sich im Laufe des Jahres 2022 eindeutig negativ auf Gold und Silber auswirken", so die Analysten. "Von einem Durchschnittspreis von 1.765 US-Dollar im ersten Quartal wird der Goldpreis im Laufe des Jahres kontinuierlich auf einen Durchschnittspreis von 1.520 US-Dollar im vierten Quartal sinken."

Autorin: Gina Moesing, wallstreet:online Zentralredaktion


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